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Good Night And Good Luck

Clooney klärt auf: Schwarz-weißes Lehrstück über eine dunkle Epoche Amerikas.

Clooney klärt auf: Schwarz-weißes Lehrstück über eine dunkle Epoche Amerikas.

GOOD NIGHT AND GOOD LUCK
USA

Regie: George Clooney
Mit: David Strathairn, Robert Downey Jr., Patricia Clarkson

- ab 0 Jahren

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24.11.2015
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Die Ära McCarthy zählt zu den finstersten Epochen der amerikanischen Geschichte. Die mit Denunziation, schwarzen Listen und bewusst geschürter Massenhysterie bewerkstelligte Jagd auf tatsächliche oder vermeintliche Kommunisten brachte Tausende um ihre bürgerliche Existenz, manche um ihr Leben. Obwohl Hollywood eine bevorzugte Zielscheibe der Kommunistenjäger war, gibt es vergleichsweise wenige Filme zu diesem Thema – vielleicht, weil Happy-ends so rar gesät sind. George Clooney ist es für seine zweite Regie-Arbeit jedoch gelungen, ein Lichtlein im Dunkel zu finden.

Angezündet wurde es von einer Redaktion des Fernsehsenders CBS, die sich Anfang der fünfziger Jahre mit fundiert recherchierten Reportagen und scharfen Kommentaren der Aushöhlung des Rechtsstaats und der allgegenwärtigen Einschüchterung widersetzte. Für Clooney, der auch das Drehbuch schrieb, steht außer Zweifel, dass damit den wahren Werten Amerikas wieder zu ihrem Recht verholfen wurde.

Allerdings ist „Good Night, and Good Luck“ (so lautete die legendäre Abschiedsfloskel des Moderators Edward R. Murrow) durchaus kein pathetisches Epos über den heroischen Kampf edler Federn gegen die Mächte des Finsteren. Eher spröde schildert Clooney das oft bedrückende Klein-klein des Redaktions-Alltags in einem Klima der Angst, das sauberes Journalisten-Handwerk und selbst simplen Anstand zu einer Sache der Mutigen machte.

Mehr um Authentizität als um Spannung bemüht, folgt der Film den wirklichen Begebenheiten bis in feinste Verästelungen, was politisch weniger Bewanderten den Überblick nicht gerade erleichtert. Der Mix aus kargen Schwarz-weiß-Bildern und eingestreuten Archivaufnahmen erinnert zuweilen mehr an ein anspruchsvolles Telekolleg als an einen Hollywoodfilm.

Das betont Antimelodramatische macht allerdings Sinn, setzt sich Clooney damit doch demonstrativ von der Verkümmerung des Fernsehens (und des Kinos) zur reinen Einlull-Maschine ab. Über den historischen Einzelfall hinaus ist sein Film auch ein Plädoyer für die aufklärerische Kraft der Medien, die es gegen politische Interessen, ökonomischen Druck, angebliche Zuschauerbedürfnisse und den Schlendrian ihrer Macher immer wieder aufs Neue zu erkämpfen gilt.

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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27.04.2006

12:00 Uhr

Stefan Albert schrieb:

Sehr nah an der wahrheit - fehlt noch denzel washington - ich liebe diesen Film



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