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Gossenwalzer und düstere Moritaten
Liebt deutliche Worte: Schauspieler Tom Schilling. Foto: dpa
Pop

Gossenwalzer und düstere Moritaten

Er will kein Schauspieler sein, der kuschelige Lieder singt. Auf dem Album „Vilnius“ zeigt Tom Schilling Kante.

19.04.2017
  • DPA

Berlin. Dass Tom Schilling keines der üblichen deutschen Songwriter-Alben mit Liebesleid- und Betroffenheitslyrik machen wollte, klärt er schon in den ersten Textzeilen seines Debüts. „Trink endlich aus, und dann mach, dass Du gehst/Nimm Dir den Koffer, pack alles ein, und mach, dass Du gehst“, ätzt der Berliner Schauspieler zu einem struppigen Rumpelrhythmus.

Mit Filmen wie „Crazy“ (2000), „Elementarteilchen“ (2006) oder „Der Baader Meinhof Komplex“ (2008) hatte sich Schilling bereits einen Ruf erworben, als ihm mit der Streuner-Komödie „Oh Boy“ (2012) der Durchbruch gelang. Zuletzt überzeugte der 35-Jährige in den TV-Serien „Unsere Mütter – unsere Väter“ und „Der gleiche Himmel“. Aber musste er nun unbedingt singenden Kollegen wie Jan Josef Liefers oder Matthias Schweighöfer folgen?

Ja, sagt Schilling im Interview, weil „Vilnius“ Musik enthalte, „die anders ist, als was es schon gibt“. Er habe lange mit sich „gehadert, ob das wirklich nötig ist“, aber jetzt stehe er hundertprozentig dazu. Auch wenn er natürlich wisse, dass die meisten musizierenden Mimen für ihren Nebenjob Kritiker-Prügel beziehen. Schillings Band – das sind The Jazz Kids. Der Schauspieler traf die Musiker bei den Dreharbeiten zu „Oh Boy“, dessen Soundtrack sie damals noch als Major Minors einspielten. Im Widerspruch zu ihrem neuen Bandnamen machen sie auf „Vilnius“ aber keinen Jazz. Sondern Gossenwalzer im Stil von Element Of Crime („Genug“, „Ballade von René“) und düstere Moritaten wie Nick Cave („Draußen am See“, „Kalt ist der Abendhauch“). Und ja, auch einige echte Liebeslieder sind dabei wie „Schwer dich zu vergessen“ und „Ja oder Nein“, das Duett mit der guten Freundin Annett Louisan. Sogar etwas Gesangsunterricht hat Schilling für sein sehr ernsthaftes Debüt genommen. „Da freut sich die Band, wenn ich nicht so schief singe“, sagt er. dpa

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19.04.2017, 06:00 Uhr

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