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Glosse

Gott und der Datenschutz

12.02.2019

Von TANJA WOLTER

Ulm. Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und am Ende? Schuf irgendwer die Datenschutz-Grundverordnung. Der liebe Herrgott wird es nicht gewesen sein, denn der sieht ja bekanntlich alles auf seiner Wolke. Er dürfte ein Interesse daran haben, weiter ungenehmigt Daten zu sammeln. Wäre ja auch ziemlich fad da oben, so ganz ohne die tägliche Kinovorstellung über den schwächlichen Erdbewohner.

Aber unabhängig vom Urheber gibt es sie nun mal, die EU-DSGVO. Und weil um den Datenschutz ein mords Bohei veranstaltet wird, dürfen Konfirmanden die vielen Fragen, die sie an Gott und die Welt haben, nun nicht mehr einfach so hinausposaunen. Zumindest nicht auf WhatsApp. Die Evangelische Kirche hat die Nutzung des Messenger-Dienstes in Konfigruppen untersagt. Aus Datenschutzgründen. Keine Terminerinnerung kurz vor der nächsten Konfi-Stunde, keine Fotos von Kleid oder Anzug, keine Krankmeldung via Rotznasen-Video, kein aufgeregter Chat kurz vor dem Großereignis, kein digitales Stoßgebet. Der Konfirmand steht – rein technologisch – wieder ganz am Anfang. Da, wo Gott Himmel und Erde schuf . . .

Doch es gibt Hoffnung. Etwas, über das man sich als mündiger Protestant ohnehin immer mal wieder Gedanken machen sollte. Die Hoffnung kommt in Form einer „KonApp“ der Deutschen Bibelgesellschaft. Schon der nächste Konfi-Jahrgang soll das Angebot mitsamt digitalisierter Heiliger Schrift nutzen können. Ganz ohne Datenkrake. Bleibt nur der liebe Gott, der weiter auf seiner Wolke sitzt.

Tanja Wolter

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Erstellt:
12. Februar 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
12. Februar 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 12. Februar 2019, 06:00 Uhr

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