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Rock-Musik, Tanz und Theater

Gottesdienst ganz anders: Hunderte Jugendliche feierten in Freudenstadt die „Holy Spirit Night“

Der Besucherstrom wollte gar kein Ende nehmen, die 630 Plätze im Kurtheater des Kur- und Kongresszentrums haben am Ende nicht gereicht. Junge Christen, darunter auch zahlreiche Flüchtlinge aus dem ganzen Landkreis kamen zur vierten „Holy Spirit Night“ im Schwarzwald, um „Gott zu loben und zu preisen“.

17.11.2015
  • Monika Schwarz

Freudenstadt. Eine solch große Resonanz hatten die Veranstalter – darunter neben den Freikirchen auch die evangelische Kirche – wahrscheinlich selbst nicht erwartet. Das Kurtheater war bereits bis auf den letzten Platz besetzt, Empore inklusive, als immer noch ganze Besuchergruppen ankamen und Platz begehrten. Die logistische Herausforderung war groß, wurde dank zahlreicher Helfer und der Bereitschaft Einiger, auch mal am Rand zu stehen, bewältigt.

Gemeinsam verbrachten die fast ausnahmslos jungen Besucher des inzwischen fast größten Jugendgottesdienstes „Holy Spirit Night“ ein paar Stunden, bei denen der Glaube und die Liebe zu Gott im Mittelpunkt gestanden haben. An einen traditionellen Gottesdienst in der Kirche erinnerte dabei wenig. Angefangen bei der rockigen Musik über eine lockere Moderation von Franzi und Lukas bis hin zur eher unkonventionellen Predigt von Jan Kohler (Hillsong-Gemeinde Konstanz) – er erinnerte mit seinem leicht zerfetzten schwarzen Outfit auch eher an einen Rockmusiker als an einen Pfarrer – war alles irgendwie anders, als man es sonst aus der Kirche kennt.

Möglicherweise ist das ja auch der Grund, weshalb das Kurtheater aus allen Nähten platzte, während die traditionelle Sonntagskirche vielerorts mit leeren Bankreihen kämpft. Und für all diejenigen, deren Gemütslage an diesem Tag nach den Anschlägen von Paris oder aus sonstigen Gründen trotz des gelebten Glaubens vielleicht doch gelitten hat, hatten die Organisatoren gleich noch ein Seelsorgeteam und ein Segnungsteam mitgebracht.

Die Stimmung im Raum deutete allerdings auf wenig Bedarf in dieser Richtung. Das traditionelle „Schere, Stein, Papier“-Spiel in leicht veränderter Variante bescherte dem Publikum gleich zu Beginn die nötige Auflockerung für einen ausgelassenen Abend. Anschließend sorgte die Tanzgruppe „U-Turn“ aus Altensteig mit ihren flotten Tanzeinlagen für begeisterten Applaus. „Sie zeigen ihre Liebe zu Jesus durch den Tanz“, betonten Franzi und Lukas bereits bei der Ankündigung.

Die Band „Knights Move“ und später auch Sänger Patrick Jakucs – bekannt aus „The Voice of Germany“ – und seine „Rejoice Band“ sorgten mit rockigen und gefühlvollen Klängen für den musikalischen Kick, der bei so einer Veranstaltung dazugehört. Auch den zahlreichen Flüchtlingen aus Pakistan, Syrien und aus Afrika gefiel es sichtlich. Damit sie dem Programm und der Predigt folgen konnten, hatte man Übersetzer mit Guides engagiert.

Gemeinsam gedachten die vier Pastoren Christoph Fischer (Volksmission), Jivko Jacobs (Gemeinde Gottes), Jan Kohler (Hillsong-Gemeinde) und Jakob Lanket (Jugendpastor der freikirchlichen Gemeinde JMS Altensteig) der Opfer und der Trauernden von Paris.

Eine Theatergruppe aus Ludwigshafen widmete sich unterhaltsam und spielerisch den unterschiedlichen Möglichkeiten des Gebets und verdeutlichte, dass es im Grunde eigentlich ganz einfach ist, mit Gott zu sprechen und mit ihm in Kontakt zu treten, wenn man das möchte. Eingeladen hatte man auch einen jungen Kurden aus dem Iran, der seit drei Jahren in Deutschland lebt. Der junge Mann ist als ehemaliger Freiheitskämpfer aus seinem Heimatland geflohen und wurde in Deutschland zum Christentum bekehrt. „Seither sehe er die Farben der Welt in einem anderen Licht“, sagte er.

Pastor Jivko Jacobs warb für ein Schulprojekt in Äthiopien, für das im Anschluss auch Spenden gesammelt wurden. „Wenn es mir je schlecht gehen sollte, dann rufe ich ihn an“, zollte dem Freudenstädter Pastor anschließend der Hauptprediger des Abends, Jan Kohler, ein großes Lob. Kohler seinerseits gehört zur Hillsong-Gemeinde in Konstanz, die stellvertretend für den Erfolg der charismatischen Freikirchen steht. Ursprünglich stammt Hillsong aus Sydney in Australien. Dort wurde die Gemeinde im Jahr 1983 gegründet.

Hillsong ist bekannt für seine Lobpreis-Bands und gehört mittlerweile zur bedeutendsten Strömung der Pfingstbewegung. Sie legen Wert auf die wortgetreue Auslegung des Neuen Testaments. Kohler forderte seine Zuhörer auf, laut zu sein und mitzumachen, während er sprach. „Was Du im Unsichtbaren siehst, wird bestimmen, wie Du im Sichtbaren lebst“, lautete seine Botschaft. Mit seinem Auftritt und seiner Interpretation des Bibeltextes traf er den Nerv der jungen Menschen im Saal, die ihn bereits mit großer Begeisterung empfangen hatten.

Vor der Tür informieren unter anderem das „Europäische Theologische Seminar“ vom Kniebis sowie der Verein „Gospeltribe“ über Inhalte ihrer Arbeit. Was sich Pastor Jacobs und seine Mitstreiter nach dem Erfolg dieser Veranstaltung wünschen würden: „Eine Halle in Freudenstadt, in der mindestens 2000 Leute Platz finden“, erklärte er schmunzelnd im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE.

Gottesdienst ganz anders: Hunderte Jugendliche feierten in Freudenstadt die „Holy Spirit Night“
Begeistert verfolgten die jugendlichen Zuhörer die Musik der „Rejoice Band“, die mit rockigen und gefühlvollen Songs das Publikum mitriss. Bild: mos

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17.11.2015, 12:00 Uhr

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