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Sommer, Sonne, Happy End

Gottlieb-Rühle- und Dreifürstensteinschüler inszenieren das Musical „Sommernacht“

Eine knallharte Straßengang, pflichtbewusste Polizisten und eine verbotene Romanze – all das gibt es bei dem Musical zu sehen, das Schüler mit und ohne Behinderung gemeinsam an der Dreifüstensteinschule aufführen.

04.07.2014
  • Rebecca Jacob

Mössingen. Niko lernt Lisa am Bahnhof kennen – es ist Liebe auf den ersten Blick. Doch dann muss Lisas Bruder Alex wegen Ladendiebstahls ins Gefängnis. Nikos Vater will nicht, dass sein Sohn sich mit einem Mädchen trifft, dessen Bruder im Knast sitzt. Außerdem soll er sich doch bitte eine griechische Freundin suchen. Auch Lisas Mutter ist gegen die Verbindung: Ein Grieche für ihre Tochter, das geht ja mal gar nicht.

„Sommernacht“, eine Kooperation der Gottlieb-Rühle Werkrealschule und der Dreifürstensteinschule für Menschen mit Behinderung, spielt mit Klischees und zeigt die Konflikte, die zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft entstehen können. Das Drumherum wurde von den Beteiligten mit viel Liebe zum Detail gestaltet: aufwendige Kostüme und eine Kulisse, die gleich vier verschiedene Schauplätze in sich vereint. Bei einem Musical dürfen natürlich auch die passenden Songs nicht fehlen. Von Udo Jürgens bis hin zu Rammstein ist jedes Genre vertreten und das Publikum singt und klatscht begeistert mit.

Vor der Generalprobe am gestrigen Donnerstag sind Schüler, Betreuer und Lehrerinnen sehr aufgeregt, alle drängen sich im Raum neben der Bühne und warten auf ihren großen Auftritt. Fabio Schmied, der die Rolle des verliebten Niko spielt, gibt gleich zu Beginn eine Gesangseinlage, und sein Casanova-Augenaufschlag lässt einen unwillkürlich schmunzeln.

22 Schüler sind bei der Aufführung dabei, zehn von der Werkreal- und zwölf von der Dreifürstensteinschule. Berührungsängste gab es von Anfang an keine, erzählt Caroline Rettenmeier, Lehrerin der Realschüler: „Die Doppelbesetzung hat wunderbar harmoniert, und alle haben super viel dazu gelernt.“ Das können die beteiligten Schüler der sechsten, siebten und achten Klasse nur bestätigen: „Es ist so schön, wenn sie lachen und man merkt, dass sie Spaß haben“ sagt Achtklässlerin Jana Hausch über ihre Schauspielerkollegen, von denen die meisten im Rollstuhl sitzen. Auch Marco Kerber, der im Stück die Rolle von Nikos Vater übernimmt, ist ganz begeistert von der Zusammenarbeit. Für ihn war vor allem die Möglichkeit, den Schülern mit Behinderung Spaß und Freude zu bereiten, Grund zum Mitmachen. Dieser Spaß ist allen Schauspielern anzusehen: Es wird geklatscht, getanzt, gelacht.

Ins Leben gerufen wurde die Kooperation durch die KBF Mössingen, welche die Zusammenarbeit der Leiterin der Gottlieb Rühle-Schule, Frauke Betz, vorschlug. Diese war sofort überzeugt. „Das ist eine einmalige Gelegenheit, auch die Schüler der Internationalen Vorbereitungsklasse zu integrieren.“ In dieser Klasse lernen Schüler verschiedenster Herkunft gemeinsam Deutsch, bevor sie dann auf die anderen Klassen aufgeteilt werden. Da die Zusammenarbeit so gut funktioniert, denkt Frauke Betz darüber nach, jedes Jahr so ein gemeinsames Musical aufzuführen.

In „Sommernacht“ hat jeder Schüler seinen Auftritt, jeder seine ganz spezielle Rolle. Damit zeigt das Musical: Klar, Unterschiede zwischen Menschen gibt es. Das ist aber nicht tragisch, sondern macht Projekte wie „Sommernacht“ überhaupt erst möglich.

Gottlieb-Rühle- und Dreifürstensteinschüler inszenieren das Musical „Sommernacht“
Niko (Fabio Schmied, Mitte) beim ersten Date mit seiner Angebeteten Lisa (Yasemin May, rechts).Bild: Franke

Initiiert wurde die Kooperation von der KBF Mössingen, die jedes Jahr ein solches Musical veranstaltet. Die Schüler der Gottlieb-Rühle-Schule sind nun zum ersten Mal dabei. Geprobt wurde etwa zwei Monate zusammen mit Caroline Rettenmeier, Lehrerin an der Werkrealschule, und den Klassenlehrerinnen der Dreifürstensteinschule, Ute Doll-Schneider und Roswitha Elbricky. Am heutigen Freitag ist die Premiere von „Sommernacht“im Haus D der Dreifürstensteinschule, eine weitere Aufführung wird es am 24. Juli geben. Die Plätze sind sehr begrenzt, wer dennoch zuschauen möchte, kann sich unter 07473/377-0 melden.

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04.07.2014, 12:00 Uhr

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