Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Galerie Künstlerbund

„Grafik Jetzt“ zeigt die Vielfalt grafischen Schaffens

Tübingen. Grafik – Lithografie, Holzschnitt, Radierung, Photografik, Zeichnung – vom Renommee her ist das so ein bisschen das Stiefkind in der Kunstlandschaft. Blickfänge und Gesprächsthemen bieten doch mehr Installationen, Gemälde, Fotoarbeiten. Grafik aber stand am Anfang des Tübinger Künstlerbunds um Ugge Bärtle zu Beginn der 70er Jahre.

24.07.2012

Nun soll sie wieder belebt werden, soll alle zwei Jahre eine Grafikschau firmieren. Die aktuelle ist die zweite dieser Reihe – was die eine Zahl im etwas kryptischen Titel „Grafik Jetzt zwei zu dritt“ erklärt. Die andere Zahl erklärt sich durch diesmal drei Veranstalter: Künstlerbund, Stadtmuseum und Zeicheninstitut – denn die Grafikschau flankiert die Ausstellung mit Werken Tübinger Uni-Zeichenlehrer.

Um mit dem Künstlerbund- Neumitglied zu beginnen: In Ralf Ehmanns sehr körperlicher Radierung ist der Bildhauer immer noch sehr präsent. Axel von Criegern nimmt sich in seinem farbigen Holzdruck der Natur an und empfiehlt: „Innehalten“. Marek Zawadzki interessieren der Himmel, Sternzeichen, Wolkenfresser. Zeichenhaft auch Dieter Luz’ aktuelle künstlerische Afrikareise, diesmal nach Äthiopien führend, wo er das Pergament für seine aktuelle Arbeit hernimmt. Es wird viel gezeichnet: Von Susanne Höflers Musikerporträts, rasch hingeworfenen Bleistiftzeichnungen, über Helga Seidenthals immer seismografisch wirkende Buntstiftzeichnungen, Frido Hohbergers Eindrücke aus dem Alltag am Zeicheninstitut, Jürgen Klugmanns aktueller Bleistift-Kombination urbaner Szenen und nicht-gegenständlicher Suchbewegung, bis zu Ava Smitmans ebenfalls mit Bleistift gezeichneten, immer zwischen heimelig und verloren changierenden Szenen.

Mischtechnik wiederum präsentieren Karl-Heinz Deutschles Teppich aus Linien und Feldern, Annette Janle, so unverkennbar Janle wie Dieter Löchle unverkennbar Löchle, Vogelpaare, Blake-inspiriert. Helmut Anton Zirkelbach wiederum gibt einen Vorgeschmack auf Arbeiten nach Musikstücken von Chopin, wobei wir wieder bei der Radierung wären. Auf diesem Gebiet versucht sich auch Anne-Christine Klarmann. Dem Titel ihrer Arbeiten nach zündelt sie, womöglich mit Streichholz-ähnlichen Strichen. Informell wird es bei Frederick Bunsens energiegeladenen, dynamischen Grafiken, ruhig, statisch, reduziert und zeichenhaft bei den wie immer elementar-formschönen Grafiken Gerhard Walter Feuchters.

Maria Heyer-Loos stiftet drei „Lichtwechsel“, allerdings in schwarz/weiß, Collagen und Tuscharbeiten. Und auch die Photografie ist vertreten, in Peter Webers Schachbrett mit Menschen. Planen wir unsere Hüpfer wie die unserer Spielfiguren, sind wir unsere eigenen Bauern, Läufer, Könige und irgendwann schachmatt?

Die Grafik zumindest, so scheint es nach dieser Ausstellung, lebt. Zwar weiterhin weniger spektakulär als manche ihrer Geschwisterkünste, dafür aber ehrlicher und so vielfältig wie selten zuvor.

Peter Ertle

Info: Noch bis 28. Juli in der Galerie Künstlerbund, Metzgergasse 3, Mi-Fr 15-18 Uhr, Sa 11-14 Uhr.

„Grafik Jetzt“ zeigt die Vielfalt grafischen Schaffens
Dieter Löchles Vogelexistenzen, wenn nicht fliegend, so doch ziemlich freischwebend in der Künstlerbundgalerie. Bild: Sommer

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

24.07.2012, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball