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Weitere Stimmen zum Streit über die Tübinger Pro-Israel-Demo

Größtmögliches Leid

Weitere Stimmen zum Streit über die Tübinger Pro-Israel-Demo und den Bericht „Von Palmer ’tief enttäuscht‘“ – siehe Samstags- und Dienstagsausgabe.

06.08.2014

Warum taucht die TOS (einst „Tübinger Offensive Stadtmission“) im „Aktionsbündnis Solidarität mit Israel“ nicht auf, obwohl ihr Gründer Jobst Bittner die Kundgebung moderierte? Sollte damit vermieden werden, dass hinter dem berechtigten Aufruf gegen Antisemitismus und Judenhass noch ganz andere Interessen verfolgt werden könnten? Sollte damit verschleiert werden, dass die Parole „Solidarität mit Israel“ bedeutet, rechtszionistische und nationalreligiöse Strömungen in Israel zu unterstützen, die die jüdische Besiedlung von „Samaria“ und „Judäa“ vorantreiben, also eine Zweistaatenlösung mit allen Mitteln verhindern wollen? Sollte davon abgelenkt werden, dass Fundamentalisten unter den christlichen Zionisten glauben, in der israelischen Siedlungspolitik den konkreten Vollzug göttlicher Heilsgeschichte zu erkennen? (googeln: Martin Kloke Christlicher Zionismus).

Wer Solidarität mit Israel einfordert, muss auch das Recht der PalästinenserInnen auf einen eigenen Staat anerkennen. Es gilt die Friedenskräfte in Israel/Palästina zu unterstützen. Es müssen die Kriegstreiber beider Seiten benannt und beide Seiten in die Verantwortung genommen werden. Die Asymmetrie der tödlichen Gewalt darf nicht darüber hinwegtäuschen, was die Kriegstreiber in gleicher Weise verbindet: Dem Gegner jeweils größtmögliches Leid zuzufügen. Warum zum Abschluss der Kundgebung ein „fröhlicher“ Tanz aufgeführt wurde, während in Gaza und Israel Menschen sterben, Bomben und Raketen Angst und Schrecken verbreiten, bleibt ein Geheimnis der Veranstalter.

Siegfried Gack, Tübingen

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06.08.2014, 12:00 Uhr

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