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Großartiges Gefühl
Dortmunder Glückspilz mit der Rückennummer 13: Raphael Guerreiro (vorne) jubelt nach seinem 3:2-Siegtreffer, eskortiert von seinem Teamkollegen Gonzalo Castro. Foto: Eibner
Borussia Dortmund

Großartiges Gefühl

Die schwer gebeutelten BVB-Fußballer genießen das 3:2 in Gladbach ganz besonders. Trainer Tuchel wagt eine Kampfansage an Pokalgegner FC Bayern.

24.04.2017
  • DPA

Aus der Kabine drangen Musik und Gelächter. Wie von einer Last befreit feierten die Dortmunder Profis mit einer Spontanparty den 3:2 (1:1)-Erfolg in Mönchengladbach. Die Festnahme eines Tatverdächtigen nach dem Sprengstoffanschlag auf den Teambus am Freitag und der Siegtreffer von Raphael Guerreiro in der 87. Minute am Samstag taugten als Therapie. „Das wird uns einen Riesenschub geben“, sagte Kapitän Marcel Schmelzer nach der Rückkehr des Revierklubs auf Platz drei der Bundesliga.

Die nach dem Attentat vorherrschende gedrückte Stimmung schien verflogen. Arm in Arm standen die Spieler noch Minuten nach Schlusspfiff vor der Tribüne und genossen die mitfühlenden Gesänge der Fans. Berauscht vom Erfolgserlebnis verspürte Roman Bürki wenig Lust, auf Fragen nach den unfassbaren Motiven des möglichen Täters einzugehen. „Über das Geschehene möchte ich eigentlich nicht mehr sprechen“, sagte der BVB-Torwart, „ich bin froh, dass wir wieder Fußball spielen können. Nun haben wir gezeigt, dass wir wieder da sind.“

Ähnlich reagierte Thomas Tuchel auf den starken Auftritt seiner Profis in schwierigen Zeiten. „Sie trauen sich, Gefühle zu zeigen und darüber zu sprechen. Das schweißt auf einer Ebene zusammen, die man sonst normalerweise nicht hat. Das ist natürlich ein weiterer Klebstoff“, sagte der BVB-Coach voller Freude über die Treffer von Marco Reus (10./Foulelfmeter), Pierre-Emerick Aubameyang (59.) und Guerreiro. Der gewachsene Teamgeist half sogar über das Champions-League-Aus zuvor in Monaco und den zwischenzeitlich unverdienten 1:2-Rückstand in Gladbach hinweg. „Die Moral war sensationell“, schwärmte Abwehrspieler Sven Bender.

Vier Spieltage vor dem Saisonende scheint das wichtigste Saisonziel, die direkte Qualifikation für die Champions League, wieder zum Greifen nahe. Schließlich hat der BVB noch drei Heimspiele. „Jetzt haben wir es selbst in der Hand und wollen den dritten Platz nicht mehr hergeben“, sagte Schmelzer. Die Qualifikation für die Europa League haben die Dortmunder seit Samstag auf jeden Fall schon sicher. Getrübt wurde die Freude über den Sieg jedoch durch die Verletzung von Nuri Sahin, der mit Verdacht auf einen Bänderriss im Sprunggelenk ausgewechselt werden musste. Rechtzeitig vor dem Pokal-Halbfinale am Mittwoch beim FC Bayern scheint Tuchels Team auf gutem Weg zurück zu alter Form. Bei allem Respekt vor den Münchnern überwiegt die Vorfreude. „Jetzt wollen wir den Bayern ein Stück weit die Saison vermiesen“, tönte Tuchel in einer für ihn ungewohnt forschen Manier.

Den Gladbachern machte die Partie trotz der Treffer von Lars Stindl (43.) und Marcel Schmelzer (48./Eigentor) jedoch wenig Mut für ihr Pokal-Halbfinale morgen (20.45 Uhr/ARD) gegen Eintracht Frankfurt. Allein in den vergangenen beiden Spielen gegen Hoffenheim und Dortmund gab es acht Gegentore. „Deshalb müssen wir jetzt wieder probieren, stabiler und kompakter zu stehen“, forderte Torhüter Yann Sommer.

Wie der Schweizer trauerte auch dessen Mitstreiter Patrick Herrmann der vertanen Chance nach, auf die Europa-League-Ränge vorzustoßen: „Es war ein durchwachsenes Spiel von uns mit einem sehr enttäuschenden Ergebnis. Die drei Punkte hätten uns im Kampf um die internationalen Plätze sehr weitergeholfen.“ Schon morgen Abend bietet sich die Chance, die bisher durchwachsene Saison beträchtlich aufzuwerten. dpa

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24.04.2017, 06:00 Uhr

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