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Erdung und Hoffnung

Große Ausstellung zu Andreas Felgers 80. Geburtstag im Bischöflichen Palais eröffnet

Zu seinem 80. Geburtstag ehrt die Diözese Rottenburg-Stuttgart den Mössinger Maler und Holzschneider Andreas Felger mit zwei Ausstellungen.

01.12.2014
  • Fred Keicher

Rottenburg. Am 1. Advent eröffnete eine Ausstellung mit aktueller Malerei im neuen Empfangsgebäude des Bischöflichen Ordinariats und in den Gängen des historischen Palais’. Vom 3. Advent an wird zusätzlich Felgers Credo-Zyklus im Martins-Dom ausgestellt. Im September bereits hatte der Rottenburger Kulturverein Zehntscheuer Felger mit einer Ausstellung gewürdigt.

Generalvikar Clemens Stroppel begrüßte am Sonntag auch im Namen von Bischof Gebhard Fürst den evangelischen Christen Andreas Felger in den Gebäuden der Katholischen Kirche. Felgers Ringen mit der Bibel, sagte Stroppel, sei auch immer ein Zeichen der Ökumene. Der Generalvikar fand auch sehr persönliche Worte. Seit seiner Repententenzeit besitze er einen Holzschnitt von Felger mit dem Titel „Zwischen Welten“. Er beschrieb ihn so: „Ein vielfarbiger Würfel zwischen einem erdigen Oben und Unten oder Hinten und Vorne eingespannt? Eingepresst?“ Stroppel nannte das Bild „eine Vergegenwärtigung menschlichen Daseins“ – „oft Erinnerung, manchmal Erdung, mitunter Hoffnung“.

Zu einer Reise durch Felgers Farblandschaften lud Thomas Broch die Vernissagengäste ein. Er erinnerte an Felgers Selbstauskunft: „Ich habe nur Lieblingsfarben.“ Die mehr als vierzig ausgestellten Bilder, alle ohne Titel, stammen aus zum größten Teil aus den vergangenen vier Jahren. Bei aller Unterschiedlichkeit sei ihnen eine „unverwechselbare Intensität der Farbensprache“ gemeinsam, sagte Broch.

Das Motiv der Reise taucht auch in Felgers Werk auf. Broch: „Immer wenn er aus der Provence zurückgekehrt war, begann eine neue Schaffensperiode.“ Ein Flug über die USA und die weiten Landschaften habe Felger zu einer „Farbflächenmalerei“ angeregt, die an Mark Rothko erinnert, einen amerikanischen Maler des Abstrakten Expressionismus und Wegbereiter der Farbfeldmalerei. Felgers Landschaftbilder hängen in den wunderbar hellen Korridoren des Neubaus.

Die Ausstellung greift hinüber in den ersten und zweiten Stock des Altbaus. Dort sind von Broch so genannte „Wortbilder“ ausgestellt. „Ich glaube ich“, steht auf einem, „Angst“ auf einem anderen. Die Bilder aus den Jahren 2008 bis 2011 wirken verstört und verunsichert. Die Seinsgewissheit ist ihnen abhanden gekommen. Sie gehören zu den Vorarbeiten des Credo-Zyklus.

Dass Felger als Entwurfszeichner bei der Mössinger Textildruckerei Pausa angefangen hatte, meinte Broch, spüre man heute noch. „Pattern painting“ nannte er es. Durch die vielen Schichten des Gemalten scheine immer das Licht durch. „Das Licht ist der Urgrund, in der Malerei, im Leben, im Glauben.“ Eine „religiöse Kunst“ sei Felgers Malerei nicht, aber Ausdruck des Homo religiosus, des „um Sinn, um Licht ringenden Menschen“, erklärte Broch.

Vor der großen Farbsonne im Foyer des Palais’ steht ein schlankes Kreuz (siehe Foto). Das steht immer dort, gehört zum Raum. Aber es sieht so aus, als ob Felgers Bild und das Kruzifix zusammengehören.

Info Andreas Felgers „Aktuelle Bilder“ sind noch bis zum 31. Januar 2015 im Bischöflichen Palais in Rottenburg an der Oberen Gasse zu sehen – montags bis freitags jeweils von 8 bis 16 Uhr.

Große Ausstellung zu Andreas Felgers 80. Geburtstag im Bischöflichen Palais eröffnet
Gut vierzig meist großformatige Bilder von Andreas Felger sind bis Ende Januar im Bischöflichen Ordinariat Rottenburg zu sehen. Das Kreuz, das auf dem Foto zu sehen ist, steht immer an dieser Stelle im Foyer des Empfangsgebäudes. Für Andreas Felger (Mitte) ist es aber nicht nur ein formales Zeichen. Unser Bild zeigt ihn mit Angela LaRosée, seiner ältesten Tochter, und Thomas Broch (rechts), dem Eröffnungs-Redner. Bild: Keicher

Große Ausstellung zu Andreas Felgers 80. Geburtstag im Bischöflichen Palais eröffnet
Die Hängung von Felgers Bildern vermittelt den Betrachtern zugleich eine Führung durchs historische Palais. Hier das Treppenhaus. Bild: Fleischer

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01.12.2014, 12:00 Uhr

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