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Großer Wurf
Der 68-jährige Iggy Pop: statt altersmilde in Topform. Foto: afp
Das neue Album von Iggy Pop: Gegenmittel für Rock-Depressionen

Großer Wurf

"Post Pop Depression" heißt das jüngste Album von Punk-Rock-Ikone Iggy Pop. Ein höchst vitales und gelungenes Werk, das der Karriere des 68-jährigen Sängers einen neuen Kick geben dürfte.

15.04.2016
  • UDO EBERL

Über Jahrzehnte hinweg war Iggy Pop der Musiker, auf dessen scheinbar stählernen Oberkörper und teils diabolischen Blick man sich live immer verlassen konnte, während seine Studioaktivitäten mal so oder so ausfielen. Mit seinen Solo-Alben "The Idiot" und "Lust For Life" rammte er sich in den 70ern von Berlin aus mitten hinein ins wilde Herz der Punk-Generation, unterstützt vom Freund und Produzenten David Bowie, mit dem er auch seinen Kampf gegen Dämonen und Drogen aufnahm. Live konnte man den ehemaligen Frontmann der Band "The Stooges" immer wieder als bewährten Verausgaber und großartigen Performer erleben.

Nach einer gelungener Rückenoperation hat Iggy Pop nun nicht nur die Schmerzen hinter sich gelassen, er hat auf seinem aktuellem Album auch die Schatten und Untiefen der Vergangenheit verarbeitet, um gleichzeitig einen optimistische Bestandsaufnahme zu wagen. Während er in der Live-Hochphase auf der Bühne fast ums nackte Überleben kämpfte, ging es im Studio bei den Aufnahmen von "Post Pop Depression" allein um Qualität und ausgereifte, intensive Songs.

Während in den vergangenen Jahrzehnten meist Erfolgsproduzent Rick Rubin ein gutes Händchen bei der Wiederbelebung von Musik-Ikonen hatte, zeigt nun Josh Homme, den man von den "Queens of the Stone Age" und "Eagles of Death Metal" kennt, was im legendären Iggy Pop noch an Energie, Kreativität und Textpower steckt. Der Sänger hatte sich Homme zuvor voll und ganz geöffnet, ihm als emotionale Arbeitsgrundlage sehr intime Aufschriebe aus seiner Berliner "Lust For Life"-Phase zukommen lassen. Dokumente, die wohl auch den Produzenten beflügelten.

Vielleicht ist "Post Pop Depression" deshalb sogar das Album, von dem Iggy in seiner Berliner Phase mit Bowie bereits geträumt hat. Selten klang seine Stimme so intensiv und war so perfekt in ausgereifte Rock-Arrangements eingebettet wie in "Gardenia" oder "American Valhalla". Viel Tiefe und Stimme. Ein starkes Statement.

Mit Hommes Kumpel Dean Fertita und dem "Arctic Monkeys"-Drummer Matt Helders wurden die richtigen Musiker gefunden, um aus diesem Album ein Gegenmittel für Rock-Depressionen zu machen. Iggy Pop ist mit diesem späten Werk der große Wurf gelungen. Und dieser hat ihn sehr verdient auf die Headliner-Position etlicher Sommer-Festivals katapultiert.

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15.04.2016, 06:00 Uhr

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