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Investition

Großer Wurf statt Sekt und Häppchen

Alexander König zieht mit seinem Fitnessstudio in Kürze um in die ehemalige Kaserne. Seine Vision von einem Fitness- und Gesundheitszentrum unter einem Dach soll dort Wirklichkeit werden – und seine beiden Söhne ziehen voll mit.

24.10.2016
  • Gerd Braun

Alexander König hätte ganz entspannt das Zehnjährige seines Fitnessstudios mit angeschlossener Physio-Praxis in den angemieteten Räumen in der Horber Weberstraße feiern können. Er hätte einen Sektempfang anbieten können mit Häppchen; vielleicht auch einen Tag der offenen Tür mit Jubiläumsangebot. Hat er aber nicht. Stattdessen holt der sportliche Physiotherapeut aus zum großen Wurf – zusammen mit seinen beiden Söhnen Patrick (26) und Michael (23).

Seit Wochen, ja Monaten sitzen die Königs geistig auf Umzugskartons, getrieben vom nahenden Umzugstermin. Die Wegstrecke ist nicht riesig. Fußläufig gelangt man innerhalb weniger Minuten von der jetzigen zur neuen Bleibe, die sich in der ehemaligen Hohenberg-Kaserne befindet. Der Weg dorthin war und ist dennoch weit für die drei. Die Liste an Dingen, die kurz vor dem Ortswechsel noch zu erledigen sind, ist lange, und Patrick König denkt schon, dass bis Samstag noch die eine oder andere Nachtschicht auflaufen wird. Aber: „Bis Samstag sind wir fertig“, sagen alle drei voller Optimismus. Dass das Familienteam so richtig Bock hat auf das neue Unternehmen, spürt man.

Start einer neuen Ära

Bis Samstag sollten die Räume im ehemaligen Kasernengebäude Nummer vier – offizielle Adresse: Am Garnisonsplatz 11 – so weit hergerichtet und durchgewischt sein, dass man die Leute reinlassen kann. Denn am Samstag startet die neue Ära „König – Fitness und Gesundheit“ mit drei Tagen der Offenen Tür. Ab dem 2. November werden dann die Mitglieder des Fitnessstudios erste Übungen an den nagelneuen Geräten machen, die neuen Räume aktiv kennenlernen.

Das Angebot am Garnisonsplatz 11 wird sich mittel- und langfristig aber nicht beschränken auf Fitnesstraining und Sauna. Das Konzept verfolgt ganzheitliche Ansätze eines Zentrums für Fitness, vor allem aber auch für Gesundheit.

Die Abteilung Physiotherapie wird, so ist der Plan, bis Ende November nachziehen in die ehemalige Kaserne. Weil der Aufzug, der für diese Angebote zwingend ist, nicht rechtzeitig fertig wird, werden die Patienten bis dahin noch in den alten Räumen betreut. Das Problem mit dem Aufzug: „Wir wussten zuerst nicht, ob wir einen Innen- oder einen Außenaufzug bauen sollten“, sagt der 53-jährige König. Und als dann klar war, dass es ein Innenaufzug werden soll, verschätzte man sich – das gibt der Dettinger offen zu – mit der Zeit, die der Fahrstuhlschacht zum Durchtrocknen braucht.

Wenn der Fahrstuhl dann aber in wenigen Wochen installiert ist, führt der Weg mit selbigem hinauf ins zweite Obergeschoss, wo Ernährungsberater Sven Bach bereits seine Räume bezogen hat. Praxen für Ergotherapie und Logopädie werden dort ebenfalls untergebracht und ein Kosmetikstudio, das Alexander Königs Frau Gabriela betreiben wird. Außerdem gibt es ein Nagel- und Kosmetikstudio sowie Fußpflege. Für die Etage zwischen Praxisräumen und Fitness im EG existiert ein Plan, der jedoch erst im Laufe des kommenden Jahres verwirklicht werden soll. Hier ist eine ambulante Reha-Einrichtung vorgesehen, bis dahin sind aber noch diverse Genehmigungen erforderlich und andere Dinge zu organisieren. Unter anderem läuft die Suche nach einem zukünftigen eigenen Arzt im Haus.

Und wann und wie entstanden die Pläne für dieses ehrgeizige Vorhaben? Alexander König erklärt vorweg, dass die 500 Quadratmeter in der Weberstraße zu klein geworden seien. Man habe über einen Neubau nachgedacht, der jedoch sehr teuer geworden wäre und auf einem ins Auge gefassten Grundstück auch keine weiteren Expansionsmöglichkeiten gestattet hätte. Und so wandte sich König mit seinen beiden Jungs, die auch ausgebildete Physiotherapeuten sind, an Wirtschaftsförderer Axel Blochwitz. Der habe ihm dann Mitte 2014 das inzwischen erworbene Gebäude auf dem Kasernenareal gezeigt – und bei Alexander König hat es da gleich Klick gemacht.

„Das ganze Konzept habe ich sofort im Kopf gehabt“ - und wie König das sagt, klingt seine Begeisterung nach dem damaligen Besichtigungstermin noch immer ein bisschen durch. Dann setzte er sich mit seinen Jungs zusammen.

„In fünf Minuten haben wir gewusst, was wir wollen“, erinnert sich König. Dann begannen die zahlreichen Verhandlungen, und mit Architekt Jürgen Sesterheim entwickelte man ein Konzept, wie es für Fitnessstudios eine Seltenheit ist. Zwar wurden diverse Wände in dem Gebäude entfernt; geblieben sind aber mehrere, auf die jeweiligen Bedürfnisse der Kunden zugeschnittene Räume. Die insgesamt 1000 Quadratmeter Fitnessfläche ist also so konzipiert, dass sich auch die Gleichgesinnten unter den Kunden in den für sie bevorzugten Räumen gesellen.

Interesse am alten Standort

Und die bisherigen Räume? Die Einrichtung, erklärt Alexander König, werde komplett verkauft. Und wenn die Physio-Praxis dann auch umgezogen ist, kann Eigentümer Prof. Dr. Eugen Gramer gezielt in Verhandlungsgespräche für eine weitere Vermietung einsteigen. Er habe, erklärt der in Würzburg wohnhafte Horber, Interessenten für eine Nutzung. Vertragsreif sei da aber noch nichts. Fest steht allein, dass Mauro Kranz, Inhaber der im Untergeschoss eingerichteten Videothek mit Paketdienst, seine Räume auf die komplette Fläche des Geschosses ausdehnen wird. Hiervon hatte bislang Alexander König einen Teil genutzt. Für den wird es nach nunmehr zehn Jahren Fitness und Physio in diesen Räumen wohl dennoch in Kürze Sekt geben: In der neuen Bleibe des Horber Familienunternehmens König.

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24.10.2016, 01:00 Uhr

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