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Ortschaftsrat Dürrenmettstetten

Großes Haus als große Chance

Es gibt Pläne für die Ortsmitte in Dürrenmettstetten.

28.10.2016
  • Cristina Priotto

Als erster Sulzer Stadtteil könnte ausgerechnet der kleinste Ort Dürrenmettstetten schon bald eine neugestaltete Dorfmitte und ein multifunktionales Gemeindehaus erhalten. Entsprechende Pläne stellten Philip Schmal und Maximilian Wewer vom Büro Pesch & Partner aus Stuttgart am Mittwochabend im vollbesetzten Sportheim gut 40 Interessierten bei einer öffentlichen Ortschaftsratssitzung vor.

Ortsverwaltung und Bürger planen schon seit Jahren, das Eberhard-Haus mit Farrenstall und die alte Wäscherei abzubrechen, um durch Umgestaltung im Zentrum des Höhenteilorts einen vielfältig nutzbaren Platz zu schaffen.

Philip Schmal erinnerte an erste konkrete Überlegungen im Zuge des Workshops zur Integrierten Stadtentwicklungskonzeption vor drei Jahren. „Damals wurde der Grundstein für unser jetziges Projekt gelegt“, sagte der Stadtplaner. Seinerzeit kam eine Diskussion über einen Dorfgemeinschaftsraum als Treffpunkt auf, da ein Laden oder eine Gaststätte für diese Funktion nicht zu realisieren sind.

Maximilian Wewer präsentierte dem Ortschaftsrat und den Bürgern anschließend eine Bestandsanalyse, ein Konzept für die Platzgestaltung und zwei Varianten für ein Gemeinschaftshaus. Auf dem bislang nur rudimentär vorhandenen Dorfplatz befinden sich ein Brunnen, zeitweise stehen dort der Maibaum sowie Verkaufswagen. Gelegentlich finden dort auch Veranstaltungen statt, und vor allem die Natur- und Wanderfreunde nutzen das Areal. Eine Herausforderung für die Planer war, dass die Kröber-Pumpe, das Buswartehaus, der Brunnen und die Kastanie erhalten und somit in die Neukonzeption integriert werden sollen. Zudem darf der Löschwassertank nicht überbaut werden. Als räumliche und gestalterische Defizite machte Wewer das wenig ansprechende Aussehen der Eingänge von Rathaus und Kirche sowie die schräge Fläche mit unterschiedlichem Belag aus.

Zur Überwindung der Höhendifferenz von zwei Metern zwischen der Südfassade des Rathauses und dem niedrigsten Platzniveau favorisieren die Planer eine Treppe, damit eine ebene Fläche entsteht.

Anstelle des Hauses Eberhard mit Farrenstall könnte ein zweistöckiges Gemeinschaftshaus gebaut werden, schlugen die Planer vor.

In der ersten Variante böte dieses im Erdgeschoss Platz für einen Gemeinschaftsraum für bürgerliche und Kirchengemeinde, einen Verkaufsraum, eine Gemeinschaftsküche und einen Raum für den Fronmeister. Die Kirche bekäme eine Sakristei und einen Besprechungsraum, die Natur- und Wanderfreunde einen Aufenthaltsraum, eine Küche und ein Lager, jeweils mit separatem Zugang. Die Toiletten würden sich alle Nutzer teilen.

Für die zweite Option mit Einbeziehung einer Feuerwehrgarage müsste das Gebäude größer und breiter gebaut werden.

Bürger stellen viele Fragen

Je nach Variante wäre im Ober- und im Dachgeschoss Platz für neun oder sechs barrierefreie Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen.

Stadtbaumeister Reiner Wössner lobte die klare Gestaltung des Platzes und die Einbeziehung altengerechter Wohnungen. „Dieser Ansatz ist in allen Ortsteilen nachgefragt, existiert bislang aber nur in der Kernstadt“, wusste Wössner. Ob und wie schnell das Gemeindehaus realisiert werde, hänge von den Bürgern und einem Investor ab.

Bürgermeister Gerd Hieber, Befürworter der ersten Variante, begrüßte den „mutigen Ansatz“ und sagte: „Daran sieht man, dass das ISEK nicht in der Schublade verschwunden ist“. Wieviel Geld aus dem Haushalt beigesteuert werden könne, darauf wollte Hieber sich nicht festlegen, sicherte aber Unterstützung der Stadt zu. Mittel für den Rückbau der Gebäude seien im Etat für 2018 eingestellt.

In der Diskussion hakte Ortschaftsrätin Gudrun Bühner nach, ob die Mietkosten für die Kirchengemeinde und den Wanderverein absehbar seien. „Wir sind noch nicht so weit“, wies Ortsvorsteher Robert Trautwein darauf hin, dass der Ortschaftsrat sich erst für eine Variante entscheiden müsse. Die bestehende alte Wäscherei werde aber aus Rücksicht auf die Nutzer so spät wie möglich abgebrochen.

Pfarrer Wolfgang Müller gab zu bedenken, dass die Kirchengemeinde erst noch den genauen Raumbedarf ermitteln müsse.

Aufbruchstimmung verbreitete Ratsmitglied Reinhard Kießling, der in den Plänen „ein ganz großes optimistisches Zeichen für den Ort“ sah, gemeinsam etwas zu entwickeln. „Wir sind im Vergleich mit den anderen Stadtteilen vorne dran“, stellte Kießling stolz fest.

Stefanie Jäkle vom Wanderverein sieht im Gemeinschaftshaus eine Chance: „Kapazitätsmäßig stoßen wir oft an unsere Grenzen und wollten uns vergrößern“, sagte die Vorsitzende und sprach sich für die erste Variante aus. „Wir wollen keine Veranstaltungen machen müssen, um uns die Miete leisten zu können“, stellte Jäkle jedoch klar.

Siegfried Dölker sah keinen Bedarf, die Feuerwehr für teures Geld mit ins Gebäude aufzunehmen, nur um den Bau zu finanzieren.

Ortschaftsrat Tim Huß fragte nach der Möglichkeit zu ELR-Zuschüssen. Hieber nannte als Fall, in dem dies bereits geschehen sei, das ähnliche Projekt in Holzhausen.

Philip Schmal betonte: „Wir sind keine Projektentwickler, und es gibt auch noch keinen Investor, wir haben nur die Ideen konkretisiert“.

Robert Trautwein sieht darin eine Chance für eine lebendige Ortsmitte. Die Dürrenmettstetter Bürger sollten dahinterstehen. „Wir werden auf jeden Fall dranbleiben“, versprach der Ortsvorsteher. Die Ratsmitglieder entscheiden am 7. November über die bevorzugte Gebäude-Variante.

Dieter Kopp als möglicher Investor

Das Gemeinschaftshaus in Dürrenmettstetten kann nur realisiert werden, wenn sich entweder einige Bürger zu einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) zusammenschließen oder sich ein Investor findet.

Dieter Kopp war Gast bei der Präsentation. Auf Nachfrage sagte der Mühlheimer Bauunternehmer zwar, „nur privat“ da zu sein, was die Besucher aber nicht recht glaubten. Möglicherweise hätten die Dürrenmettstetter also einen interessierten Investor.

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28.10.2016, 01:00 Uhr

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