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Grünes Licht für den VfL Sparkurs des VW-Konzerns bringt keine Einbußen für
Seit 1. Juli beim VfL: Nationalstürmer Max Kruse Foto: Imago
Wolfsburgs Profis

Grünes Licht für den VfL Sparkurs des VW-Konzerns bringt keine Einbußen für

Die Mitglieder des Vorstands der Volkswagen AG haben massive Kürzungen für den Bereich des Sportsponsorings angekündigt. Die Fußballer werden den Status als erster Markenbotschafter jedoch behalten.

25.11.2015
  • ARMIN GRASMUCK

Es ist wieder eine dieser Dienstreisen ganz nach dem Geschmack der Konzernoberen. Wenn der VfL Wolfsburg heute Abend (18 Uhr/Sky) zum Gastspiel bei ZSKA Moskau antritt, spielt er genau dort, wo ihn die Mitglieder des Vorstands von Volkswagen und auch die Mehrzahl der Aufsichtsräte am liebsten sehen: in der europäischen Königsklasse. Die Rolle des Fußballklubs als höchst attraktiver Markenbotschafter auf nationalem wie internationalem Parkett ist bereits seit Jahren klar definiert. Es war auch dem vor wenigen Wochen ausgeschiedenen Konzernchef Martin Winterkorn ein Anliegen, dass der VfL im Konzert der größten Klubs mitspielen kann. Das Unternehmen unterstützte seine Abteilung Profifußball großzügig, allein der Etat für die Gehälter der VfL-Spieler beträgt in der laufenden Saison rund 90 Millionen Euro. Damit haben sich die Wölfe hinter dem Platzhirsch Bayern München und vor den Konkurrenten aus Dortmund und Schalke im Spitzenfeld der Bundesliga etabliert.

Selbst von den aktuellen Hiobsbotschaften des aufgrund des Abgasskandals zu massiven Sparmaßnahmen veranlassten VW-Konzerns scheinen die Wolfsburger Kicker unbeeindruckt. Der VfL beabsichtigt der Krise zum Trotz konsequent Transfers im großen Stil zu tätigen. "Im Rahmen unserer Zielsetzung, uns erneut für die Champions League zu qualifizieren, werden wir weiterhin sinnvoll investieren", sagte Klaus Allofs, der Sportchef der Wolfsburger. "Wir haben ein Budget beim Lizenzierungsverfahren eingereicht, daran wird und kann sich nichts mehr ändern." Nur der von den Fußballern geplante Neubau des bis zu 40 Millionen Euro teuren Nachwuchsleistungszentrums ist als Konsequenz der angespannten Lage auf Eis gelegt worden. Der VfL kann selbst in der Krise auf den Zuspruch der Angestellten zählen. "Wir sollten nicht am falschen Ende sparen", sagte der Betriebsratsvorsitzende Uwe Hück. "Wir sollten lieber bei den Vorständen die Gehälter kürzen, damit können wir locker den Fußballverein finanzieren."

Im Gegensatz dazu müssen viele Aktive und Vereine aus dem Sport, die von Volkswagen konzernintern, aber auch als externe Werbeträger unterstützt und bezahlt werden, mit massiven Einbußen rechnen. Welche Bereiche es trifft, werden die Verantwortlichen in der Unternehmensspitze erst zu Beginn des nächsten Jahres benennen.

Laut Recherchen der Bild am Sonntag ist im Markenvorstand bereits eine relativ konkrete Streichliste im Umlauf. Volkswagen plant im Segment des Motorsports folglich Kürzungen in Milliardenhöhe. Die Fußballklubs Hannover 96, Werder Bremen, Schalke und 1860 München, die der Konzern als Automobilpartner mit jeweils rund 1,5 Millionen Euro pro Jahr unterstützt, und der mit fünf Millionen veranschlagte Eishockey-Erstligist Wolfsburg Grizzlys, stehen ebenfalls auf der Kippe. Auch sehen die VW-Bosse wohl davon ab, den 2016 auslaufenden Vertrag als Hauptsponsor des DFB-Pokals zu verlängern.

Winterkorns Nachfolger, Matthias Müller, hatte nach Bekanntwerden der Manipulation von Abgastests angekündigt, die Sachinvestitionen im nächsten Jahr um zwölf Milliarden Euro zu senken. Laut Auskunft des Konzerns soll der Sport, speziell der Fußball, aber eine wesentliche Säule des Sponsorings bleiben. Für den ehemaligen VW-Manager Hans-Gerhard Seeba ist diese Art des Marketings gerade in den von Skandalen geprägten Zeiten ein elementares Instrument. "Anders als ein schnöder TV-Werbespot ist Fußballsponsoring viel lebendiger", sagte der Professor für Automobilwirtschaft dem Fachmagazin 11 Freunde. "Der Bekanntheits- und Sympathiegrad einer Marke wird dadurch auf jeden Fall befördert und positiv beeinflusst."

Die Profis des VfL Wolfsburg sind angehalten, diesem Anspruch gerecht zu werden. Nach einer kurzen Schwächephase scheinen sie sich erholt zu haben. Am Samstag fegten Max Kruse und Kollegen mit einem satten 6:0 die Bremer aus der VW-Arena. In Moskau treten sie an, um den Ruf in Europa aufzupolieren.

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25.11.2015, 08:30 Uhr | geändert: 25.11.2015, 06:01 Uhr

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