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Grüße aus Fukushima

Grüße aus Fukushima

Drama von Doris Dörrie über eine junge Deutsche, die am Ort des Atomunglücks Hilfsbedürftige betreut.

Grüße aus Fukushima

Deutschland 2016

Regie: Doris Dörrie
Mit: Rosalie Thomass, Kaori Momoi, Nami Kamata

102 Min.

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11.01.2016
  • Dorothee Hermann

Pünktlich zum fünften Jahrestag des nuklearen Mega-Unfalls von Fukushima führt der neue Film von Regisseurin Doris Dörrie („Kirschblüten - Hanami“) direkt in die verstrahlte Zone. Hauptdarstellerin Marie (Rosalie Thomass) spielt eine junge Deutsche hart am Klischee: schwergliedrig, unbeholfen und dabei immer kurz vor dem Überschnappen, fliegt sie nach Japan, um als Ausweg aus ihrer Lebenskrise japanische Katastrophenopfer zu beglücken. Doch die infantile junge Frau kann auch als Clown nicht wirklich überzeugen und fühlt sich ausgerechnet von der Frau (Kaori Momoi als Satomi) angezogen, die ihr klarmacht, wie dämlich ihre Nummern sind.

So weit, so simpel. Doch nun nimmt der Film eine entschlossene Wendung weg vom Klamauk, denn die japanische Schauspielerin Kaori Momoi spielt Satomi mit der beiläufigen Würde einer Tragödin. Sie ist nicht nur eine Frau, an der jede Aufgesetztheit abprallt. Sie will zurück in die radioaktive Zone, in ihr verwüstetes Haus. Weil sie nicht autofahren kann, bringt sie die tollpatschige Marie dazu, sie zu chauffieren, vorbei an zahllosen schwarzen Säcken voll von verstrahlter Erde und Schutt, die noch immer in der verheerten Landschaft herumstehen.

Wie Satomi mit zwei Wasserkanistern und einem einfachen Strohbesen Wunder wirkt und durch einfache Handgriffe wieder eine bewohnbare Ordnung schafft, dürfte ein besonders anrührendes Beispiel japanischer Lebensart abgeben. Die Regisseurin belässt es dabei nicht, sie zielt auf einen vergleichbaren Läuterungsprozess im Seelenleben der beiden Protagonistinnen und schreckt auch nicht davor zurück, den vorerst gescheiterten Lebenstraum Maries mit der Entwurzelung einer Fukushima-Überlebenden zu parallelisieren.

Gedreht in nüchternem Schwarz-Weiß, wirkt der Film wie eine Katastrophen-Doku. Sehenswert wird er als Porträt zweier ex-trem unterschiedlicher Frauen, die gezwungen sind, ein Stückchen ihres Lebens gemeinsam zu bewältigen.

Erst die japanische Schauspielerin Kaori Momoi holt den Film aus der Kitsch-Ecke.

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11.01.2016, 11:11 Uhr

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