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Kommentar · USA/Russland

Grummeln in Moskau

01.04.2016
  • STEFAN SCHOLL

Man denke an eine "völlig asymetrische Antwort", man hoffe auf eine Sitzung des Nato-Russland-Rates bis Mai: Russlands Diplomaten grummelten gestern, aber eher leise. Die USA hatten zuvor angekündigt, eine Panzerbrigade in die östlichen Nato-Länder zu verlegen, die Russen reagierten mau, Kreml und Verteidigungsministerium schwiegen ganz. Vielleicht, weil die Ankündigung der Amerikaner nur eine Retourkutsche ist - für Moskaus Plan, seine "Westflanke" durch drei neue Divisionen zu stärken. Bestimmt auch, weil Moskau seit Monaten versucht, mit den USA in Syrien ins Geschäft zu kommen, mit dem IS als gemeinsamen Feind. Außerdem, weil 250 US-Panzer im Baltikum und in Polen für Russland keine wirkliche Bedrohung darstellen.

Stellt sich angesichts des gedämpften Unmuts aus Moskau nicht die Frage, ob die USA und die Nato nicht glatt auf diese symbolische Brigade an Russlands Nordwestgrenze verzichten könnten? Bekanntlich ist Wladimir Putin ja bis heute gekränkt über die Nato-Osterweiterung. Und sensible europäische Beobachter verweisen darauf, seine "grünen Männchen" seien nur auf der Krim und im Donbass aufgetaucht, weil der russische Staatschef fürchtete, die Nato wolle auch die Ukraine einkassieren.

Sie vergessen aber, wie sich Esten, Litauer und Polen dabei fühlen. Die Nato wäre kaum in Wilna oder Krakau angekommen, wenn die Osteuropäer das nicht dringend gewollt hätten. Für sie sind GI s, egal ob 4200 oder 40, schlicht die personifizierte Garantie, dass das Bündnis sie im Bündnisfall auch wirklich verteidigt. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, auch wenn Ex-Besatzer leise grummeln.

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01.04.2016, 06:00 Uhr

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