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Stuttgart

Grundschulempfehlung muss künftig vorgelegt werden

Eltern müssen die Grundschulempfehlung für ihr Kind künftig der weiterführenden Schule vorlegen.

15.11.2016
  • dpa/lsw

Stuttgart. Die grün-schwarze Landesregierung stimmte am Dienstag in Stuttgart einer geplanten Gesetzesänderung zu. Der Entwurf geht somit nun in die Anhörung. Die Entscheidung, welche weiterführende Schulart ihr Kind besuchen soll, bleibt aber nach wie vor den Eltern überlassen, wie das Staatsministerium mitteilte. Die Änderung soll zum 1. August 2017 in Kraft treten und somit erstmals für den Übergang auf die weiterführenden Schulen zum Schuljahr 2018/2019 gelten.

Die grün-rote Vorgängerregierung hatte die sogenannte verbindliche Grundschulempfehlung, bei der Eltern keine Wahlfreiheit über die weiterführende Schulart hatten, abgeschafft. Kritiker befürchten, dass somit viele Kinder auf Schulen kommen, für die sie eigentlich die Leistung nicht erfüllen. Deshalb reformiert die Landesregierung die bestehende Regelung. Wenn die Eltern eine andere Schule für ihr Kind wollen als die Empfehlung vorsieht, kann die weiterführende Schule ihnen künftig ein Beratungsgespräch anbieten. Es gibt aber keine rechtliche Verpflichtung der Eltern, daran teilzunehmen.

SPD-Bildungsexperte Stefan Fulst-Blei sprach von einer «pädagogisch und rechtlich höchst fragwürdigen Scheinlösung». Da es keine Sanktionsmöglichkeiten gebe, sei fraglich, wie die Regierung die Eltern überhaupt zwingen wolle, die Grundschulempfehlung vorzulegen. Auch die Gewerkschaft Bildung und Erziehung (GEW) kritisierte: «Die Pflicht zur Vorlage der Grundschulempfehlung an der weiterführenden Schule ist der Versuch, die Entscheidung der Eltern für ihr Kind in Frage zu stellen.» Die veränderte Grundschulempfehlung solle nur einige CDU-Wähler beruhigen. Sie verunsichere Eltern und nutze Lehrern und Kindern nichts, teilte GEW-Landeschefin Doro Moritz mit.

Nach ihren Angaben hatten 2014/2015 rund 88 Prozent der Kinder, die auf ein Gymnasium wechselten, tatsächlich eine Gymnasialempfehlung. An den Realschulen hätten rund 56 Prozent eine Realschulempfehlung, rund 23 Prozent eine Empfehlung für die Haupt- oder Werkrealschule und rund 21 Prozent eine Gymnasialempfehlung gehabt.

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15.11.2016, 21:42 Uhr | geändert: 15.11.2016, 17:41 Uhr

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