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Natürliche Energiebomben

Gut besuchte Veranstaltung zum „Energietag Baden-Württemberg“ in Weitingen

Das Thema Energie ist nicht erst angesichts der Debatte über die verlängerten Laufzeiten der Atomkraftwerke in aller Munde. Trotz allem gehört erneuerbaren Energien die Zukunft. Ein Zeichen dafür sollten auch die „Energietage Baden-Württemberg“ am Wochenende setzen.

28.09.2010
  • Hermann Nesch

Weitingen. In deren Fokus stehen dabei die drei Schwerpunkte Energiesparen, Klimaschutz und erneuerbare Energien. „Tourismus trifft Natur und Technik“ hieß dazu das Projekt der Region Nordschwarzwald. Eingebunden waren dabei auch der Energiehof Weitenau und der Weitinger Energielehrpfad. Ziel der verschiedenen Veranstaltungen in der ganzen Region war auch, mittels der erneuerbaren Energien der Bevölkerung die Möglichkeit zu bieten, die Verbindung von Technik und Natur erleben zu können.

Allerdings mussten die Besucher selbst schon viel persönliche Energie und Willenskraft aufwenden, um angesichts des kühlen und zum Teil trüben Wetters „aus den Hecken zu kriechen“ und das Angebot der Familie Vees auf Hof Weitenau wahrzunehmen. Sonne tanken war leider kaum inbegriffen. Trotzdem fanden sich zahlreiche interessierte Besucher zu den Führungen des innovativen und energiegeladenen Hofbauern unter dem Titel „Vom Landwirt zum Energiewirt – Erneuerbare Energien als Chance für die Zukunft“, ein. Vees hat seine Biogasanlage im Januar 2004 als eine der ersten im Land in Betrieb genommen und seinen klassischen Bauernhof damit in einen Energiehof umgestaltet, in dem zwischenzeitlich im großen Stil auch Energie durch eine Photovoltaikanlage erzeugt wird. Die Betreiberfamilie ist davon überzeugt, dass die Zukunft in der erneuerbaren Energieversorgung liegt. Angesichts der von der Bundesregierung beschlossenen verlängerten Laufzeiten für die Atomkraftwerke ist laut Vees davon immer viel zu wenig die Rede und im Bewusstsein.

Ausführlich schilderte er zu Beginn seiner Führungen die Entstehung und Entwicklung sowie die chemische Zusammensetzung der Bestandteile der Pflanzen und warum Maissilage als Substrat den größten Ertrag an Biogas erbringt. Verwendung finden bei ihm auch Grassilage, Sonnenblumen und eine Wildform von Hirse. Bei der Verwendung sei aber „ein gewisses Maß an Wirtschaftlichkeit“ erforderlich.

Winfried Vees verstand es bei der Besichtigung anhand praktischer Vorführungen, den Besuchern die Gründe für die Verwendung der natürlichen Ressourcen aufzuzeigen sowie die mikrobiellen Prozesse und die Funktion einer Biogasanlage zu erklären, in der durch Vergärung von Biomasse als „Abfallprodukt“ auch das energiereiche Methan entsteht. Die Kraft dieser „Energiebombe“ demonstrierte er eindrucksvoll mittels einer selbst gebastelten „Kanone“, mit der eine Kartoffel über die Hofdächer jagte. Trotzdem sei es eigentlich unmöglich, dass eine Biogasanlage explodiere, weil die Biomasse luftdicht verschlossen sei und ständig kontrolliert werde. Das entstandene Gas wird auf Hof Weitenau vor Ort in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt. Vees‘ „Hauptjob“ dabei ist die Kontrolle der Anlage. Eine Biogasanlage produziere nicht nur erneuerbare Energie durch natürliche Einsatzstoffe, sondern sei auch sonst der Natur abgeschaut und funktioniere eigentlich wie die Verdauung bei der Kuh.

Die Familie Vees bot für ihre Gäste auch Kaffee und Kuchen an. Angesichts der kühlen Witterung war der schmucke und gut ausgestattete Seminarraum das ideale „Hof-Café“. Vor und nach der Besichtigung bestand zudem die Möglichkeit, den Weitinger Energielehrpfad zu erkunden. Er bietet auf relativ kleinem Raum zwischen Neckartal und der Höhe östlich von Weitingen Einblicke in die derzeitig vorhandenen erneuerbaren Energien wie Windkraft, Biogas, Geothermie, Wasserkraft, Photovoltaik und Solarenergie.

Info www.energiehof-weitenau.de

Gut besuchte Veranstaltung zum „Energietag Baden-Württemberg“ in Weitingen
Der Energiehof Weitenau der Weitinger Familie Vees lud am Sonntag im Rahmen der „Energietage Baden-Württemberg“ zu einer Besichtigung mit Führungen ein.Bild: hn

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28.09.2010, 12:00 Uhr

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