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Ein Orchester hautnah erleben

Gutbesuchter Tag der offenen Tür bei Württembergischer Philharmonie Reutlingen

Wie ein Orchester funktioniert, worin sich Oboe undEnglischhorn unterscheiden: Antworten auf diese und viele andere Fragen waren gestern am „Tag der Philharmonie“zu bekommen.

27.09.2010
  • thomas ziegner

Reutlingen. Bisher hatte der siebenjährige Julian aus Rottenburg das Angebot seiner Eltern, mit in die Listhalle zu einem Konzert der Württembergischen Philharmonie Reutlingen (WPR) zu fahren, dankend abgelehnt. Gestern aber hörte er am „Tag der Philharmonie“ im Orschel-Hagener Studio der WPR zum ersten Mal live ein Englischhorn, die tiefer und oft wärmer klingende Schwester der Oboe, und zeigte sich tief beeindruckt von einem Kontrabass-Trio.

Nun will Julian schon heute mit in die Listhalle, wenn die WPR unter der Leitung von Ola Rudner die neue Spielzeit eröffnet, mit Johannes Brahms‘ „Akademischer Festouvertüre“, dem Adagio aus der zehnten, unvollendeten Sinfonie von Gustav Mahler und den „sinfonischen Variationen über Themen von Carl Maria von Weber“ von Paul Hindemith.

Rund eintausend Besucher/innen dürften über den Tag verteilt im WPR-Studio vorbeigeschaut haben. Hautnah zum Orchester saßen die jüngsten Hörer/innen, als um elf Uhr zwanzig Amateur-Musiker/innen beim dritten und vierten Satz der „Sinfonie aus der Neuen Welt“ von Antonin Dvorak zusammen mit den Profis spielen durften. In den Stimmzimmern und den oberen Etagen erklärten später Streicher und Bläser die Eigenarten ihrer Instrumente, beantworteten bereitwillig und freundlich alle möglichen Fragen. Dass tägliches Üben am Instrument wirklich nützlich sei, wenn nicht sogar unerlässlich, ließen sich einige Schüler/innen von den Orchestermusiker/innen bestätigen.

Nach dem Sound des großen Orchesters gefielen dem Publikum die kleinen Besetzungen wie Streichquartett, Blechbläser-Trio und Geige-Gitarre-Duo. Dreizehn Anmeldungen gingen fürs Angebot ein, „ein Mal ein Orchester zu dirigieren“. „Entdecken Sie den Karajan in sich“, hatte die WPR aufgefordert und Ausschnitte aus Werken von Beethoven (Abschnitt aus dem Finale der achten Sinfonie), Rossini („Wilhelm Tell“ Ouvertüre) und Johann Strauß („Unter Donner und Blitz“-Polka) zur Wahl gestellt.

Weil das Orchester im Großen und Ganzen so spielte, wie dirigiert wurde, kam es zu einigen Hör-Überraschungen, die WPR-Intendant Cornelius Grube von „höchst unterschiedlichen Interpretationsansätzen“ sprechen ließen. Drei junge Hörer in der Sitznachbarschaft des Berichterstatters schwärmten derweil, besonders bei Rossini und Strauß, von den Schlagwerkern des Orchesters und erwogen, demnächst mit Schlagzeugunterricht zu beginnen.

Für Verpflegung war gesorgt, Filme über die Arbeit des Orchesters ergänzten das Angebot. Die WPR-Organisator/innen und das Publikum waren sich wohl einig: Eine neue Spielzeit kann nicht besser eröffnet werden als mit einem solchen „Tag der Philharmonie“.

Gutbesuchter Tag der offenen Tür bei Württembergischer Philharmonie Reutlingen
So nah sitzt man als Hörer selten beim Orchester wie am Sonntagnachmittag im Studio der Württembergischen Philharmonie Reutlingen.Bild: Haas

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27.09.2010, 12:00 Uhr

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