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Ausbildung von Imamen in Tübingen?

Gute Chancen, aber noch kein Zuschlag für Islam-Zentrum

Tübingen hat sehr gute Karten. So viel lässt sich mit Sicherheit sagen. Wie berichtet, hat sich die hiesige Universität – wie auch Freiburg, Heidelberg, aber auch Uni-Städte in anderen Bundesländern – als Standort für ein Islam-Zentrum beworben. Diese Universitäts-Zentren sollen künftig islamische Theologen ausbilden. Anders als der „Focus“ meldete, scheint die Entscheidung aber noch nicht gefallen zu sein.

14.09.2010
  • Angelika Bachmann

Der „Focus“ schrieb, Tübingen erhalte als erste Universität den Zuschlag für ein solches Islam-Zentrum. Dabei berief sich das Magazin unter anderem auf die Gutachterkommission des Wissenschaftsrates, der als einflussreicher Berater der Regierung gilt. Der Wissenschaftsrat habe Tübingen als Standort empfohlen.

Gute Chancen, aber noch kein Zuschlag für Islam-Zentrum
Die Uni Tübingen hat sich als Standort für ein Islamisches Zentrum beworben. Für Tübingen spricht nicht zuletzt die Erfahrung der beiden theologischen Fakultäten im interreligiösen Dialog.

Das allerdings wird in der Kölner Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates dementiert: Der Wissenschaftsrat habe zwar das grundlegende Konzept erarbeitet und geraten, bundesweit zwei bis drei Islam-Zentren an Universitäten einzurichten. An der Umsetzung des Konzeptes sei der Wissenschaftsrat aber nicht beteiligt. Man habe auch keine Empfehlung für einen Standort abgegeben.

Auch der „Spiegel“ ist dem Thema nachgegangen, hat aber offensichtlich andere Eingebungen erhalten. In der aktuellen „Spiegel“-Ausgabe heißt es, gute Chancen für einen Zuschlag würden sich Osnabrück, Münster und Berlin ausrechnen.

Ausgemacht scheint immerhin zu sein, dass die Landesregierung sich in Berlin mit dem Standort Tübingen bewerben will. Das liegt zum einen daran, dass die Uni und vor allem die beiden theologischen Fakultäten seit Jahren das Feld des interreligiösen Dialogs beackern, wissenschaftliche Kontakte und Freundschaften zu islamischen Fakultäten und Gelehrten unterhalten. Der katholische Kirchenrechtler Richard Puza zum Beispiel ist mit Islam-Vertretern in der Türkei eng verbunden. Die evangelischen Theologen unterhalten eine Partnerschaft mit der Uni Sarajevo (Bosnien). Zudem bietet die Uni mit den Islamwissenschaften kultur- und sprachwissenschaftliche Anknüpfungspunkte.

Tübingens Uni-Rektor Bernd Engler will zu dem ganzen Thema nichts sagen, bevor nichts entschieden ist. Auch im Stuttgarter Wissenschaftsministerium wird dementiert: Sowohl Tübingen als auch Freiburg und Heidelberg seien noch im Rennen. Eine Entscheidung falle erst im Laufe des Monats, heißt es dort.

Und selbst wenn Tübingen im Land das Rennen macht, bleibt die Frage, wie sich das Bundeswissenschaftsministerium entscheidet. Um die Islam-Zentren konkurrieren sechs Bundesländer. Und die Entscheidung, wer zum Zug kommt, liegt letztendlich beim Bundesministerium.

Ungeklärt ist zudem die Frage der Finanzierung: Das Land will das Zentrum nur dann einrichten, wenn der Bund sich finanziell beteiligt.

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14.09.2010, 12:00 Uhr

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