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„Gomaringen unter der Lupe“: TAGBLATT-Leser loben die Lebensqualität im Ort und kritisieren den ÖPNV

Gute Lage zwischen Alb und Großstadt

Mitten in der Natur und trotzdem dicht an großen Städten: Die Lage des Orts schätzen die Bürger besonders an Gomaringen. Schlechte Noten geben sie hingegen der Verkehrssituation. Bei der TAGBLATT-Umfrage „Gomaringen unter der Lupe“ haben Leser ihren Wohnort nach verschiedenen Kriterien beurteilt.

25.07.2015
  • Moritz Siebert

Gomaringen. Ruhig gelegen direkt am Albrand, ringsum Natur und trotzdem in wenigen Minuten in Reutlingen und Tübingen: Gomaringer Bürger schätzen die Lage ihres Wohnorts. Ein Grund, weswegen sie die Lebensqualität des Orts recht hoch einstufen. Bei der großen TAGBLATT-Umfrage zur Zufriedenheit im Wohnort erreichte die Rubrik „Umwelt, Natur und Erholung“ einen Notenschnitt von 1,9. Bewertet wurde nach Schulnoten (1 für „sehr gut“ und 5 für mangelhaft“). Mehrere Umfrage-Teilnehmer empfinden die naturnahe Lage, die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt sowie die Nähe zur Alb sogar als das Beste, was Gomaringen zu bieten hat.

Die Anbindung des Orts an große Städte scheint allerdings nur dann ein positives Merkmal, solange die Bürger nicht auf den ÖPNV angewiesen sind. Die schlechtesten Noten bei der Umfrage gab es nämlich für die Rubrik Verkehrssituation: Im Schnitt lag die Bewertung bei 3,4.

Ein Hauptkritikpunkt der Teilnehmer ist die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Zum Beispiel vermissen manche einen Anschluss der Gemeinde an die Hzl-Linie zwischen Tübingen und Hechingen. Genauso gelten die Busverbindungen als ausbaufähig. Nach Tübingen dauere die Fahrt grundsätzlich sehr lange, heißt es. Außerdem wird der Busverkehr von Lesern als „oft unzuverlässig“ beschrieben. Vor allem am Wochenende und abends würden zu wenige Busse fahren.

Und auch innerorts ist der Verkehr in Gomaringen ein Reizthema: Das Verkehrsaufkommen beschreiben manche Umfrage-Teilnehmer als belastend. Andere beklagen Lkw in den Tempo-30-Zonen und in Wohngebieten, chaotische Parksituationen oder versperrte Ausfahrten. An der Ampel an der Kreuzung Tübinger- und Hechinger Straße vermisst mancher eine Radarkontrolle, andere einen Kreisverkehr. Dazu kämen, so ein weiterer Teilnehmer, die vielen Baustellen im Ort. Außerdem fehlen Radwege an Hauptverkehrsstraßen. Einige innerstädtische Straßen seien stark belastet.

Die Bestnoten verteilten die Gomaringer für die Punkte Einkaufsmöglichkeiten, Familienfreundlichkeit, Bildungs- und Freizeitangebote. Die vier Kategorien erreichten bei der Umfrage jeweils einen Notenschnitt von 1,7. Als Pluspunkt bei den Einkaufsmöglichkeiten im Ort gaben Leser etwa an, dass alles schnell zu Fuß erreichbar sei. Trotz der guten Zensur: Die Bürger sehen auch noch Nachholbedarf im Einzelhandel. Ein Aldi als Konkurrent für die bestehenden Geschäfte wünschen sich etwa zwei Umfrage-Teilnehmer. Andere vermissen im Ort einen Baumarkt, Modegeschäfte, einen Juwelier oder ein Sportgeschäft.

In der Kategorie Schule und Kinderbetreuung loben die Leser, dass sämtliche Schulformen in der Nähe sind. Genauso herrscht Zufriedenheit bei der Kinderbetreuung: „Super zum Wohnen mit Kindern“, beschreibt etwa ein Leser die Gemeinde. Verbesserungsvorschläge bei der Familienfreundlichkeit gibt es allerdings auch. Im Besonderen gelten die Spielplätze im Ort noch als ausbaufähig, auch was deren Pflege betrifft. Ein Kritikpunkt, auf den die Bürgerstiftung bereits reagiert hat: Sie möchte den Halde-Spielplatz mit neuen Freizeit-Ideen aufmöbeln.

Sehr glücklich sind die Gomaringer auch mit den Angeboten der Volkshochschule und der frisch renovierten Bücherei. Für eine Gemeinde mit 8500 Einwohnern sei das Angebot an Bildungsmöglichkeiten sehr groß, kommentiert ein Umfrage-Teilnehmer. Genauso scheinen die Sport- und Kulturvereine im Ort die Nachfrage der Bürger zu befriedigen. Das Angebot sei gut, für jeden etwas dabei, so der Tenor. „Wer bürgerschaftlich aktiv sein möchte, findet Angebote“, schreibt ein Leser. Die Sportanlage und die Sport- und Kulturhalle werden lobend erwähnt. Allerdings sehen die Gomaringer auch im Bereich Freizeit noch Verbesserungspotenzial: Ein Bad, ein See oder ein Kneippbecken fehle etwa, kritisieren Leser.

Gute Noten haben die Gomaringer auch dem Bürgerservice der Gemeinde gegeben. Die Kommentare reichen von „Ich finde, es geht kaum besser“ bis „ordentlich“. Gesamtnote: 1,9.

Die Gomaringer Gastronomie hat bei der TAGBLATT-Umfrage die Gesamtnote 2,1 erhalten. Die Meinungen gehen in diesem Bereich stark auseinander. Für einige Bürger sind die Möglichkeiten ausreichen, die Wirtschaften sauber und das Angebot lecker. Andere vermissen indes einen Biergarten, Cafés für die mittlere Generation, kleinere Gaststätten oder ein vegetarisches Angebot.

Im Mittelfeld der Umfrage-Bilanz landeten die Kategorien „medizinische Versorgung“ und „Angebote für Generationen“. Vier Befragte beklagen, dass es zu wenige Fachärzte in Gomaringen gibt. Gleich sechs Leser vermissen einen Kinderarzt, zwei Teinehmer einen Augenarzt. Für die medizinische Versorgung reichte es zu einem Notenschnitt von 2,3.

Was die Generationen-Angebote betrifft, ist laut Umfrage-Ergebnis die Gemeinde Gomaringen mit Möglichkeiten für Senioren zwar recht gut ausgestattet. Die Jugendlichen bleiben aus Sicht der Befragten aber auf der Strecke. Grundsätzlich sehen sie zu wenig Freizeitmöglichkeiten, konkret fehle es an einem Jugendtreff. Der Notenschnitt der Generationen-Angebote: 2,4.

Gute Lage zwischen Alb und Großstadt

Gute Lage zwischen Alb und Großstadt
Gomaringen liegt optimal zwischen Schwäbischer Alb, Reutlingen und Tübingen: Nur die Verbindung in die großen Städte mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehen die Bürger als ausbaufähig.Luftbild: Grohe

Bei der Verlosung unter den Teilnehmern der Umfrage hat Jürgen Kozok den ersten Preis gewonnen. Er erhält einen TAGBLATT-Gutschein für Veranstaltungstickets in Höhe von 50 Euro. Der zweite Preis geht an Birgit Werz: Sie gewinnt zwei Essensgutscheine á 20 Euro im Gasthaus „Bahnhof“. Der dritte Preis, ein Paar Zehensocken, geht an Sarah Kugele. Die TAGBLATT-Serie zur Zufriedenheit der Bürger mit ihrem Wohnort geht nach den Sommerferien weiter.

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25.07.2015, 12:00 Uhr

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