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Sortimente sind zulässig

HGV äußert Unmut übers Marktkauf-Konzept

Die neue Konzeption im Marktkauf-Gebäude passt dem Tübinger Handel- und Gewerbeverein zwar nicht, dennoch lenkt er nun ein.

28.05.2012
  • Sabine Lohr

Tübingen. Ein Geschäft mit Wohnaccessoires, einen Optiker, einen Elektromarkt und einen Textilhändler neben einem großflächigen Edeka-Markt sieht das neue Konzept vor, mit dem das Marktkauf-Gebäude gefüllt werden soll (wir berichteten). Dazu meldete sich der Handel- und Gewerbeverein am Donnerstagabend mit einer Pressemitteilung zu Wort, in der diese Ansiedlungen „vehement abgelehnt“ werden, weil diese Geschäfte „innenstadt-relevanter Handel“ seien.

Dem ist in der Tat so: Das regionale Zentren- und Märktekonzept stuft Optik, kleine Elektrogeräte, Textilien und auch Einrichtungszubehör (außer Möbel) als zentrenrelevant ein. Und es gibt in der Tübinger Innenstadt auch etliche Geschäfte, in denen dieses Sortiment angeboten wird.

Dennoch müssten die entsprechenden Geschäfte im Marktkauf erlaubt werden, wie Baubürgermeister Cord Soehlke sagt. Zum einen seien sie alle recht klein – unter 600 Quadratmetern. Das heißt, dass jedes einzelne Geschäft zwar eine Konkurrenz zu den bestehenden Fachgeschäften in der Innenstadt sei, durch die geringe Größe aber nicht so viel Umsatz erwirtschaftet werden könne, dass eins der Altstadtgeschäfte gefährdet sei.

Zudem dürfe es der Stadtverwaltung nicht darum gehen, „einzelne Läden zu schützen“, vielmehr müsse die gesamte Altstadt als Komplex geschützt werden. Das aber heiße nicht, jedes Geschäft außerhalb der Altstadt zu verbieten. „Wenn jemand einen Jeansladen in der Hechinger Straße aufmachen will, werden wir ihm das nicht untersagen“, so Soehlke.

Dazu kommt, dass der Stadt rechtliche Grenzen gesetzt sind. Im Marktkauf gab es auch schon vorher innenstadt-relevanten Handel, weshalb die Stadt ihn jetzt an diesem Standort nicht einfach verbieten darf. „Da sind uns planungsrechtlich Grenzen gesetzt“, sagt Soehlke. Und weist darauf hin, dass der Sportartikelhändler Decathlon, der in das Gebäude wollte, dann aber einen Rückzieher machte, „in einer ganz anderen Liga spielt“ – schon allein der Größe wegen.

„Es bringt uns gar nichts, uns zu wehren“, sagte Christian Riethmüller vom HGV-Vorstand gestern dem TAGBLATT. Zwar lehne der HGV innenstadt-relevanten Handel im Marktkauf-Gebäude „vehement ab“, doch wisse er auch, dass rechtliche Gründe diesem HGV-Wunsch widersprächen. Darum fordert der Verein nun Verwaltung und Gemeinderat lediglich noch dazu auf, so wenig innenstadt-relevanten Handel wie möglich im Marktkauf zuzulassen.

„Wir müssen ja auch dem Gebäudebesitzer Edeka eine gewisse Möglichkeit zur Entwicklung geben“, sagt Cord Soehlke. Wenn Zweifel an der konkreten Umsetzung bestünden, könne man aber immer noch zu einer anderen Entscheidung kommen.

HGV äußert Unmut übers Marktkauf-Konzept
Optiker und Wohnaccessoires in der Tübinger Innenstadt (hier in der Neue Straße): Der Handel- und Gewerbeverein lehnt diese Sortimente im Marktkauf-Gebäude ab, sieht aber ein, dass die Stadt sie zulassen muss.

Mit dem regionalen Zenten- und Märktekonzept soll der Handel in den Innenstädten dadurch geschützt werden, dass es keine Handelsstandorte mehr auf der „grünen Wiese“ geben soll und auch außerhalb der Innenstädte kein großflächiger Handel mit Sortimenten betrieben wird, wie sie in den Zentren angeboten werden. Als innenstadt-relevant gelten unter anderem kleinteilige Kinderartikel, Kunst und Antiquitäten, Unterhaltungselektronik, Bücher, Schreibwaren, Haus- und Heimtextilien, Einrichtungszubehör, , kleinteilige Sportartikel und Haushaltswaren.

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28.05.2012, 12:00 Uhr

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