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Selbstbestimmtes Lebensende

Haarsträubend naiv

Zum Leserbrief von Kuno Kirschfeld (23. Mai), dem Tübinger Podium zum Germanwings-Absturz.

01.06.2015

Den Amokflug, der sich jüngst ereignete, als Argument für die juristische Verankerung des „Grundrechts“ auf Selbsttötung heranzuziehen, halte ich für haarsträubend naiv, wenn nicht für hundsgemein manipulativ. Es zeigt in jedem Fall, dass Prof. Kirschfeld sich mit der Komplexität des Themas wenig auseinandergesetzt hat und erst einmal lernen sollte, Äpfel und Birnen auseinanderzuhalten. Im Übrigen kann ich mir kaum vorstellen, dass die Psychiatrie mit einer solchen Regelung einverstanden wäre, hätte sie doch auf all jenes sichere Melkvieh zu verzichten, dem „Suizidalität“ unterstellt wird, um sich seiner auf legale Weise bemächtigen zu können, was wiederum in geradezu lachhaftem Widerspruch dazu steht, wie gewöhnlich mit tatsächlich vorhandener und von den Betroffenen in den unterschiedlichen „Versorgungseinrichtungen“ ausgesprochener Suizidalität umgegangen wird.

Wer weiß, wie oft dieser zutiefst zerrissene Mensch, der zufälligerweise Pilot war, die sogenannten Fachleute, bei denen er sich in „Behandlung“ befand, im Vorfeld seiner „Schreckenstat“ um („psychotherapeutische“) Hilfe angebettelt hat und wie viel Mangel an Ernsthaftigkeit, wie viel feiges Schweigen, Gleichgültigkeit oder gar Witzeleien und Spott er zu ertragen hatte. Wenn ich Prof. Kirschfeld richtig verstehe, dann hätte man ihn einfach totspritzen sollen.

Adelheid Rommel, Kirchentellinsfurt

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Erstellt:
1. Juni 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
1. Juni 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 1. Juni 2015, 12:00 Uhr

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