Datenschutz

Hacker gegen Microsoft an Schulen

Pläne für landesweiten Einsatz von „Office 365“ weiter in der Kritik.

18.08.2020

Von AXEL HABERMEHL

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hat Post vom Computer Chaos Club bekommen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Stuttgart. Das Vorhaben der baden-württembergischen Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU), Software des US-Konzerns Microsoft für die im Aufbau befindliche digitale Bildungsplattform an Schulen einzusetzen, ruft zunehmend Kritik hervor. Nach Datenschützern, Politikern und Pädagogen sprechen sich nun auch Computerexperten gegen die Pläne aus.

Der Chaos Computer Club (CCC) Stuttgart veröffentlichte am Montag einen offenen Brief an Eisenmann. Darin äußert sich der Hacker-Verein, der als wichtige Stimme im Bereich Datensicherheit gilt, „erschrocken“ über die Pläne.

Nach Äußerungen von Eisenmanns zuständigem Projektleiter habe man den Eindruck, dass das Ministerium das Software-Paket Office 365 „klar favorisiert und auf dessen Einsatz hinarbeitet“, schreiben die Autoren. „Sollte dies wirklich den Tatsachen entsprechen, befürchten wir den Kontrollverlust über die Daten der SchülerInnen und LehrerInnen in Baden-Württemberg. Statt eigenständig und selbstbestimmt zu agieren, begäben wir uns als Land noch weiter in Abhängigkeit eines US-Großkonzerns.“ Der Brief enthält zudem einige Fragen und ein Gesprächsangebot an die Ministerin.

Wie berichtet, hatten sich zuletzt auch der Landes-Datenschutzbeauftragte, der Philologenverband, mehrere Lehrer sowie Landtagsabgeordnete der regierenden Grünen und der oppositionellen FDP gegen das Vorhaben ausgesprochen. hab

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Erstellt:
18. August 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
18. August 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 18. August 2020, 06:00 Uhr

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