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Modellauto-Affäre

Haderthauers weiter im Zwielicht

Christine Haderthauer ist in der Modellauto-Affäre juristisch mit einem blauen Auge davon gekommen. Ihr Mann wurde angeklagt. Fragen bleiben offen.

07.11.2015

Von PATRICK GUYTON

München Es ist ein weiterer Schlag im Skandal um die zwielichtigen Geschäfte des ehemaligen Psychiatrie-Arztes Hubert Haderthauer und seiner Frau Christine: Die Münchner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den Ehemann der früheren bayerischen Staatskanzleichefin und CSU-Größe erhoben wegen Betrugs und Steuerhinterziehung. Ob und wann es zu einem Prozess kommt, muss nun die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts München entscheiden.

Dass die Ermittlungen gegen Christine Haderthauer gegen die Bezahlung eines Strafbefehls diese Woche eingestellt wurden, stößt in der Landtags-Opposition auf Kritik. Denn auf einer als entscheidend angesehenen Vereinbarung über eine Entschädigung des Geschäftspartners aus dem Jahr 2011 soll sich neben der Unterschrift von Hubert Haderthauer auch jene seiner Frau Christine finden - viele Jahre nachdem sie offiziell aus der Firma ausgestiegen sein soll.

Mit der Anklage gegen Hubert Haderthauer bestätigen die Ermittler Arbeitsergebnisse des Landtags-Untersuchungsausschusses "Modellbau", der seit fast einem Jahr versucht, die vielen Vorwürfe in diesem Fall aufzuklären.

Christine Haderthauer war mit ihrem Ehemann Mitbegründerin der Firma "Sapor Modelltechnik", ist aber 2003 ausgestiegen, als sie Landtagsabgeordnete wurde. Die Firma verkaufte teure Modellautos, die von Straftätern in der Psychiatrie gebaut wurden. Hauptkonstrukteur war ein verurteilter Dreifachmörder, der in den Bezirkskrankenhäusern Ansbach und Straubing untergebracht war. Hubert Haderthauer war damals Stationsarzt.

Die Affäre beschädigte Christine Haderthauer politisch schwer. 2014 trat sie von ihrem Staatskanzlei-Posten als engste Mitarbeiterin des Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) zurück, ihr Abgeordnetenmandat behält sie aber weiterhin.

Hubert Haderthauer wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, seinem Partner, dem Geschäftsmann Roger Ponton, die Gewinne der Firma verschwiegen zu haben. Beim Verkauf der Firma sei Ponton auf diese Weise im Jahr 2011 ein weit niedrigerer Unternehmenswert vorgegaukelt worden, sein Schaden beläuft sich laut der Ermittlungen auf 84 400 Euro.

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Erstellt:
7. November 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
7. November 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. November 2015, 12:00 Uhr

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