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Häuserblase in China droht zu platzen
Hält der Boom an? Immobilien in China werden teurer. Foto: afp
Wohnungsmarkt

Häuserblase in China droht zu platzen

Die Immobilienpreise sind in die Höhe geschossen. Experten befürchten einen Einbruch.

05.10.2016
  • FELIX LEE

Peking. Wang Zhiqin klappt nervös sein Laptop auf. Auf dem Bildschirm erscheint eine Webseite einer einschlägigen Pekinger Immobilienfirma. „Schauen Sie“, sagt er und zeigt auf eine Wohnung. Gerade einmal 55 Quadratmeter ist sie groß, eine Wohnküche, eine Nasszelle, zwei kleine Schlafzimmer. Vergangene Woche hätte er sie für 2,6 Mio. Yuan kaufen können (351 000 EUR). Doch nachdem er zwei Tage brauchte, mit seiner Bank die Finanzierung zu klären, konnte er sie sich nicht mehr leisten. Der Preis war um weitere 60 000 Yuan (rund 8000 EUR) angestiegen.

Die Immobilienpreise in Chinas Millionenstädten kennen seit Monaten nur eine Richtung: steil nach oben. Das Nationale Statistikamt hat vergangene Woche bekannt gegeben, dass die Immobilienpreise bereits im 16. Monat in Folge gestiegen sind.

Metropolen besonders betroffen

Auf das gesamte Land verteilt klingt der Preisanstieg gar nicht so dramatisch. Er lag in Chinas 70 größten Städten im August bei 9,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Doch einige Metropolen stechen besonders hervor. In Peking ging es um 23,5 Prozent nach oben, in Schanghai um 31,2 Prozent.

Bezogen auf das Durchschnittseinkommen sind die Immobilienpreise ohnehin schon seit Jahren exorbitant hoch. In Peking liegt der Quadratmeterpreis bei rund 6000 EUR. Der Pekinger verdient jedoch im Schnitt nur rund 950 EUR im Monat. Während ein Münchner im Schnitt zwölf Jahreseinkommen für den Kauf einer Durchschnittswohnung aufwenden müssen, benötigt der Pekinger 33 Jahre.

Von einer Beruhigung an Chinas Immobilienmarkt kann also keine Rede sein. Und damit sind auch die Risiken, die von dieser sich immer weiter aufblähenden Preisblase ausgehen, drastisch gestiegen. Ausgerechnet Chinas reichster Unternehmer, Wang Jianlin, warnt nun vor dem Häusermarkt in seiner Heimat. In einem Interview auf CNN-Money sprach er von der „größten Blase der Geschichte“.

Die Auswirkungen einer geplatzten Immobilienblase auf die Gesamtwirtschaft könnten gravierend sein. Sollten die Preise allzu abrupt in den Keller stürzen, würde die Bauindustrie sofort einbrechen. Chinas Wirtschaft drohe dann eine schwere Rezession. Felix Lee

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05.10.2016, 06:00 Uhr

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