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HSV entzaubert Dortmund

Hamburg gewinnt überraschend und überzeugend mit 3:1

Der Hamburger SV hat sich zuhause mit 3:1 gegen Borussia Dortmund durchgesetzt. Durch den Erfolg gegen den Lieblingsgegner rücken die Hanseaten in der Fußball-Bundesliga auf den achten Tabellenplatz vor.

21.11.2015
  • DPA

Hamburg Scharfe Einlasskontrollen wie selten zuvor, zwei Schweigeminuten - und eine sportliche Überraschung. Die Fußball-Bundesliga hat mit dem 3:1 (2:0) des Hamburger SV gegen Borussia Dortmund gestern einen ersten Schritt zurück in den sportlichen Alltag vollzogen. Nach den blutigen Terroranschlägen von Paris und der Absage des Länderspiels in Hannover wegen Hinweisen auf einen Anschlag konnte von einem normalen Fußballspiel noch nicht die Rede sein.

Auch das Ergebnis fiel gemäß den sportlichen Voraussetzungen "unnormal" aus: Pierre-Michel Lasogga per Foulelfmeter (19.), Lewis Holtby (41.) und ein Eigentor von Mats Hummels (55.) fügten dem Tabellenzweiten Dortmund die erst zweite Saison-Niederlage zu und bescherten dem HSV einen weiteren Erfolg gegen seinen Lieblingsgegner. Für die Hanseaten, die mit 18 Punkten auf den achten Platz vorrückten, war es bereits der fünfte Sieg gegen den BVB aus den letzten sieben Duellen. Das 15. Saisontor von Aubameyang war für die Westfalen zu wenig (86.).

Der HSV war im Volksparkstadion vor 57 000 Zuschauern von Beginn an hellwach. Mit großem Einsatzwillen und hoher Laufbereitschaft stellten die Gastgeber den BVB vor arge Probleme. Bereits in der 16. Minute hatte Ivo Ilicevic die Chance zur HSV-Führung, sein Volleyschuss aus aussichtsreicher Position verfehlte aber weit das Ziel. Nur drei Minuten später war Ilicevic wieder beteiligt, diesmal mit mehr Erfolg. Nach einem feinen Pass von Holtby war der Kroate frei durch, umkurvte BVB-Keeper Roman Bürki und kam zu Fall. Den fälligen Strafstoß verwandelte Lasogga sicher, für den Stürmer war es bereits das sechste Saisontor.

Auch in der Folgezeit hatten die Dortmunder ihre Probleme mit dem aufopferungsvollen Spiel des HSV. Echte Torchancen der Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel waren im ersten Durchgang Fehlanzeige. Vor allem die Fehler in der Hintermannschaft bereiteten Tuchel Sorgen. So auch beim zweiten Gegentor: Nach einem schlimmen Fehlpass von Matthias Ginter kommt der Ball über Lasogga und Nicolai Müller zu Holtby, der Bürki keine Chance ließ.

Nach der Pause schien der BVB das Spiel in den Griff zu bekommen - und wurde prompt kalt erwischt. Nach einer Ecke von Holtby unterlief Hummels ein Eigentor. Auf der Gegenseite schien das Tor wie vernagelt. Erst vier Minuten vor Schluss kam Dortmund durch Aubameyang doch noch zum Torerfolg. Danach verhinderte HSV-Keeper Rene Adler mit Weltklasse-Paraden einen weiteren Gegentreffer.

Hamburg gewinnt überraschend und überzeugend mit 3:1
Lewis Holtby bleibt vor dem Dortmunder Tor ganz cool und erzielt das 2:0 für den Hamburger SV. Foto: Getty

Kaum Gemurre So viel Kontrolle war selten im Hamburger Volksparkstadion, sogar HSV-Idol Uwe Seeler wird gründlich durchsucht. Ähnlich scharfe Kontrollen gab es zuletzt bei der WM 2006. Zuschauer, Journalisten, Ordner - jeder muss mindestens einmal eine Leibesvisitation über sich ergehen lassen. Aber kaum Gemurre, kaum Verwunderung. Als das Spiel angepfiffen werden soll, warten wegen Staus rund um den Volkspark noch tausende Fans, der Anpfiff muss um eine Viertelstunde verschoben werden. Mehr Ordner Es ist das erste Spiel der Fußball-Bundesliga nach den Terroranschlägen von Paris und der Absage des Länderspiels in Hannover. Und das vor 57 000 Zuschauern im ausverkauften Stadion. "Nö, kein mulmiges Gefühl", sagt der Kevin Hirsch. Der 23-Jährige arbeitet seit diesem Jahr als Ordner. Die müssen die Ankommenden durchsuchen. "Eigentlich ist das ein Spiel wie jedes andere." Seine Kollegen, die rauchend zusammenstehen, nicken zustimmend, eine gewisse Anspannung ist jetzt, zwei Stunden vor dem Spiel, aber spürbar. 600 Ordner sind an diesem Abend im Einsatz, sonst sind es 450. Zuversicht HSV-Fan Alexander Fensch war beim abgesagten Länderspiel in Hannover. Angst vor Terroranschlägen hat er trotzdem nicht. "Jetzt erst recht", ist sein Motto. "Ich habe schon ein mulmiges Gefühl, aber ich habe auch die Hoffnung, dass alles gut wird", sagt Uwe Karl vor dem Einlass. Auch das Ehepaar Elke und Thomas Frey-Bergeest ist zuversichtlich: "Wir haben keine Angst." dpa.

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21.11.2015, 12:00 Uhr

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