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Hamilton macht Rosberg nass
Im Dauerregen errang Lewis Hamilton (vorne) beim Großen Preis von Brasilien einen souveränen Start-Ziel-Sieg, dagegen verpasste Nico Rosberg die Vorentscheidung im Kampf um die Weltmeisterschaft. Foto: afp
Formel 1

Hamilton macht Rosberg nass

Weltmeister siegt bei der Regenschlacht in São Paulo. Jetzt kommt es in dem großen Saisonfinale von Abu Dhabi zu dem nervenaufreibenden Titelduell der Silberpfeile.

14.11.2016
  • DPA

Im Regenchaos von Brasilien hat Lewis Hamilton erneut die vorzeitige WM-Party von Nico Rosberg verdorben und die Titelentscheidung der Formel 1 auf das Saisonfinale in Abu Dhabi vertagt. Nach fünf Safety-Car-Phasen und zwei Rennunterbrechungen holte sich Weltmeister Hamilton in São Paulo vor Mercedes-Teamkollege Rosberg ganz cool seinen neunten Saisonsieg. Der deutsche WM-Spitzenreiter verpasste damit wie zuletzt in Mexiko die Entscheidung im Zweikampf um den Titel, geht aber mit zwölf Punkten Vorsprung auf seinen britischen Teamkollegen in den Schlussakt in zwei Wochen. Schon ein dritter Platz würde ihm dann zu seinem ersten WM-Triumph genügen, selbst wenn Hamilton in Abu Dhabi gewinnt.

„Es war ein einfaches Rennen für mich, ich bin sehr glücklich“, sagte Hamilton nach seinem ersten Erfolg in Brasilien. „Ich hätte lieber gewonnen, aber Lewis hat einen Superjob gemacht, deshalb kann ich mit dem zweiten Platz leben“, so erklärte es Rosberg.

Für den gebürtigen Wiesbadener war das Gastspiel auf dem Autódromo José Carlos Pace eine echte Zitterpartie. Während Hamilton von der Pole Position jederzeit Herr der Lage schien und trotz aller Widrigkeiten seinen dritten Sieg in Serie feierte, rettete sein Stallrivale nur mit Glück Platz zwei ins Ziel. Red-Bull-Jüngling Max Verstappen hatte Rosberg schon überholt, doch die letzte Safety-Car-Phase verhalf dem WM-Führenden doch noch zu den wichtigen 18 Punkten.

Der brillant fahrende Verstappen sicherte sich mit grandiosen Manövern auf den Schlussrunden noch Rang drei. Sebastian Vettel belegte im Ferrari Rang fünf, Force-India-Pilot Nico Hülkenberg wurde Siebter. Pascal Wehrlein kam in seinem Manor nicht über Rang 15 hinaus.

Schon die Minuten vor dem Start wurden für Rosberg zur Nervenpartie. Nach einem Unfall von Haas-Pilot Romain Grosjean auf dem Weg in die Startaufstellung wurde der Beginn des Rennens zunächst um zehn Minuten verschoben, dann entschied sich die Rennleitung wegen des anhaltenden Regens für einen Start hinter dem Safety-Car. Rosberg war damit auch die Chance genommen, auf den ersten Metern an Hamilton vorbeizuziehen. Der Brite hatte sich am Vortag mit knappem Vorsprung die 60. Pole Position seiner Karriere gesichert und ging daher direkt hinter dem Safety-Car in die ersten Runden.

Knapp am Massencrash vorbei

Nach einem weiteren Intermezzo des Safety-Cars wäre es in der 19. Runde fast zum Massencrash gekommen. Kimi Räikkönen drehte sich in seinem Ferrari auf der Geraden, schoss quer über die Strecke. Nur mit viel Glück konnten ihm die nachfolgenden Fahrer ausweichen.

„Das Rennen muss abgebrochen werden. Wie viele Fahrer sollen hier noch verunglücken?“, so schimpfte Räikkönens Teamkollege Vettel via Boxenfunk, nachdem er sich zuvor selbst schon einmal gefährlich gedreht hatte. Die Rennleitung befahl alle Autos zurück in die Boxengasse, die Ampeln standen vorerst auf Rot. In der Zwangspause konnte Hamilton seinen Helm wechseln, in den alten drang Wasser ein.

Nach 35 Minuten durften die Piloten wieder auf die Piste, aber nur für einige Runden. Wieder parkten die Fahrer 27 Minuten vor den Garagen, ehe es erneut hinaus in Gischt und Regen ging. Rosberg hatte Mühe, seine Reifen drehten beim Neustart durch und er musste Verstappen passieren lassen. Der Niederländer jagte nun sogar den führenden Hamilton, bis er sich nach einem Fahrfehler fast von der Strecke drehte. Gerade so konnte er Platz zwei verteidigen. „Da schlug mein Herz ein bisschen schneller“, bekannte Verstappen.

Es entwickelte sich ein packendes Rennen mit vielen Überholmanövern. Auch Ferrari-Star Vettel, der in das hintere Mittelfeld zurückgefallen war, kämpfte sich weiter nach vorn. Dagegen konnte Rosberg gerade noch einen Dreher und das mögliche Aus verhindern. Doch der Krimi wurde wieder durch ein Safety-Car unterbrochen, weil Felipe Massa in seinem letzten Heimrennen im Williams in die Streckenbegrenzung gekracht war. Schluchzend trottete der Routinier mit der Brasilien-Fahne um die Schultern zurück zur Box, während sich das Feld auf der Strecke wieder zusammenschob. In der Boxengasse standen die Mechaniker der Teams Spalier, um Massa noch einmal zu applaudieren. dpa

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14.11.2016, 06:00 Uhr

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