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Schnellschuss mit Folgen

Handwerkskammer Reutlingen kritisiert die kurzfristige Kürzung der Solarförderung

„Die von der Bundesregierung geplante drastische Reduzierung der Solarförderung ab April bedeutet für kleine Handwerksbetriebe nicht hinnehmbare Verluste“: Das sagt Dr. Joachim Eisert, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Reutlingen.

03.02.2010

Horb/Freudenstadt/Reutlingen. Zeitpunkt und Höhe der Kürzung seien nicht akzeptabel, so Eisert. Hersteller, Handwerker und Verbraucher hätten sich auf die gesetzlichen Regelungen und die Ankündigung einer zusätzlichen Reduktion von bis zu 9 Prozent ab Mitte des Jahres eingestellt. Die nun bereits für den April angekündigte Kürzung der Einspeisevergütung von 15 Prozent sei für alle Beteiligten nicht nur ein finanzieller Rückschlag: die gesamte Branche werde so verunsichert.

Die drastische Reduzierung der Vergütung wird nach Ansicht der Handwerkskammer in den nächsten Wochen einen Run auf die Anlagen zur Folge haben und damit zu einer Verknappung der Materialien führen. „Da die Förderung bei Großanlagen vergleichsweise stärker sinkt als bei kleinen, werden die Module vorrangig in die zurzeit noch wesentlich lukrativeren Großanlagen für Investoren fließen. Die kleinen Endkunden-Anlagen werden hingegen immer weniger bedient werden können“, erläutert Eisert. Zudem seien Preiserhöhungen bei einer solch künstlichen Marktverknappung unausweichlich. Der schlagartige Preisdruck könne zudem zur Folge haben, dass der Anteil chinesischer Module noch weiter gestärkt werde. Deren Finanzierung über Staatsfonds ermögliche eine kostengünstigere Produktion und damit billigere Angebote.

Darüber hinaus würden die Kunden von Handwerksbetrieben ihre Finanzierung durch diesen Schnellschuss konterkariert sehen und Aufträge im größeren Umfang kündigen – allerdings seien auf Seiten der Handwerksbetriebe die Kalkulationen und auch die Einkäufe für das Frühjahrsgeschäft bereits getätigt. Eisert: „Unsere Mitgliedsunternehmen haben im Vertrauen auf den bisherigen Förderrahmen Material wie Sonnenkollektoren und Wechselrichter zu aktuellen Preisen längst eingekauft.“ Solche Investitionsentscheidungen ließen sich nicht binnen weniger Wochen wieder rückgängig machen. Der „radikal-kurzfristige Eingriff von Bundesumweltminister Norbert Röttgen in den Solarstrommarkt ohne zeitlichen Anpassungshorizont“ schwäche vor allem die Kleinbetriebe im Handwerk, die sich und ihren Mitarbeitern im innovativen Beeich regenerativer Energien in den letzten Jahren eine Existenz aufgebaut haben.

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03.02.2010, 12:00 Uhr

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