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Handyfotos helfen Polizei
Während der Pressekonferenz der Polizei Bochum zur Festnahme des Tatverdächtigen wurden die Fahndungsplakate präsentiert. Foto: dpa
Verbrechen

Handyfotos helfen Polizei

In Bochum ist nach Gewalttaten an zwei Studentinnen ein Familienvater aus dem Irak inhaftiert worden. Die Vorwürfe: versuchter Mord und Vergewaltigung.

07.12.2016
  • HELGE TOBEN, DPA

Bochum. Zwei Sexualstraftaten hatten das Uni-Viertel in Bochum wochenlang in große Sorge versetzt. Die Erleichterung ist jetzt groß: Die Polizei hat den mutmaßlichen Täter festnehmen können, einen 31 Jahre alten Flüchtling aus dem Irak. Beide Opfer der Gewalttaten sind chinesische Studentinnen. Geholfen haben der Polizei die Handyfotos des Lebensgefährten einer der Frauen.

Der Tatverdächtige sei Asylbewerber, stamme aus dem Irak und habe mit seiner Frau und zwei Kindern in einer Flüchtlingsunterkunft in der Nähe der Tatorte gelebt, sagte Oberstaatsanwalt Andreas Bachmann. Er war bislang nicht polizeilich aufgefallen.

Der Mann ist mit seiner Familie im Dezember 2015 nach Deutschland gekommen. Er wurde in Untersuchungshaft genommen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem versuchten Mord, Vergewaltigung und gefährliche Körperverletzung vor. Laut Bachmann bestritt der Mann die Vorwürfe.

Am 6. August war eine 21-jährige Studentin schwer verletzt worden. Außerdem hatte der Täter versucht, die Frau zu vergewaltigen. Er habe massive Gewalt angewendet und das Opfer an Kopf und Hals erheblich verletzt. Die Polizei hatte eine Mordkommission eingesetzt. Am 16. November war eine 27-Jährige das Opfer. Hier kam es zu einer Vergewaltigung.

Im Gebüsch fotografiert

Die Polizei hatte mit Phantombildern nach dem Täter gesucht. Auf Fahndungsplakaten waren beide sich ähnelnden Phantombilder abgebildet. Ein DNA-Test hatte ergeben, dass beide Taten vom selben Täter begangen wurden.

Der entscheidende Hinweis kam den Ermittlern zufolge vom Lebensgefährten des zweiten Opfers. Dieser hatte demnach vergangene Woche in einem Gebüsch in unmittelbarer Nähe des zweiten Tatorts einen Mann bemerkt. Geistesgegenwärtig machte er mit dem Handy zahlreiche Fotos von ihm. Der Mann rannte daraufhin weg.

Mit den „erstklassigen Bildern“, wie Kriminalhauptkommissar Roland Wefelscheidt das Material bei einer Pressekonferenz in Bochum nannte, konnte die Polizei den Tatverdächtigen wenig später in einer Flüchtlingsunterkunft in der Nähe ausfindig machen. Er gab eine Speichelprobe ab. Als am Montag die DNA der Probe mit der Täter-DNA übereinstimmte, wurde der Mann festgenommen. Es werde nun überprüft, ob er mit weiteren Straftaten in Zusammenhang stehe.

Was der Mann im Gebüsch machte, als Fotos von ihm gefertigt wurden, ist noch unklar. Die Polizei wollte nicht ausschließen, dass er möglicherweise erneut jemandem auflauerte.

Die beiden Opfer sind nach Worten Wefelscheidts „sehr gefasst“. „Die müssen das jetzt verarbeiten.“ Ob es eine Rolle spielt, dass beide Opfer Chinesinnen waren, weiß die Polizei noch nicht. Um wen es sich bei dem Tatverdächtigen handelt, hatte „bild.de“ zuerst berichtet.

Die aktuellen Verbrechen hatten die Menschen im Ruhrgebiet an das so genannte Uni-Phantom erinnert. Dabei handelt es sich um einen nach wie vor unbekannten Täter, der zwischen 1994 und 2002 im Raum Sprockhövel im Ennepe-Ruhr-Kreis und in Bochum 21 Frauen missbraucht hatte. Die Polizei hatte schon bald ausgeschlossen, dass der damalige Täter auch für die beiden aktuellen Sexualdelikte verantwortlich ist. dpa

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07.12.2016, 06:00 Uhr

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