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Bundestagswahl

Hanf, Homosexuelle und Hunde

Harald Becker kandidiert für die Tierschutzallianz. Der Spaichinger setzt sich auch für die Cannabis-Legalisierung ein.

14.09.2017

Von Cristina Priotto

Mit etwa 140 Mitgliedern bundesweit gehört die Allianz für Menschenrechte, Tier- und Naturschutz, kurz Tierschutzallianz, zu den kleinsten Listen, die für die Bundestagswahl am 24. September eigene Bewerber ins Rennen schicken. Die Gruppierung entstand nach der Bundestagswahl 2013 als Abspaltung der Tierschutzpartei.

Einer davon tritt auch im Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen an: Harald Becker hat es in der Hierarchie der Kleinpartei schon relativ weit nach oben gebracht: Der 53-Jährige ist stellvertretender Landesvorsitzender der Allianz für Menschenrechte, Tier- und Naturschutz sowie stellvertretender Kreisvorsitzender des Kreisverbands Tuttlingen.

Der gelernte Koch lebt in Spaichingen – und hat dieses Jahr schon einmal angekündigt, ein höheres politisches Amt anzustreben: Bei der Oberbürgermeisterwahl in Rottweil im Mai wollte Becker ursprünglich als Herausforderer von Amtsinhaber Ralf Broß mitmischen, trat letztlich aber doch nicht an.

Als persönliche Anliegen nennt der Kandidat Menschenrechte, Freiheitsrechte, die Legalisierung von Cannabis, mehr Bürgerbeteiligung, die Verankerung des Rechts auf eine eigene Wohnung im Grundgesetz – und natürlich Tierschutz. Der Spaichinger und seine Mitstreiter möchten sich dafür engagieren, dass die Massentierhaltung sowie die Wildtierhaltung im Zirkus abgeschafft werden. Die „Legalize it“-Forderung war ein kluger Schachzug, denn dadurch wurden viele Mitglieder animiert, in die Partei einzutreten.

Das Engagement in der Interessengemeinschaft Christopher Street Day Tuttlingen-Donautal für die Belange Homosexueller ist dem bekennenden Schwulen auch aus eigenem Interesse wichtig. Becker, der selbst schon häufig Diskriminierungen erlebt hat, möchte dafür kämpfen, dass Gleichgesinnten nicht Ähnliches widerfährt und sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen für gleichgeschlechtliche Paare verbessern. Konkret strebt die Tierschutzallianz unter dem Slogan „Störche für alle“ ein Ehe- und Adoptionsrecht für alle Paare an.

Weitere Forderungen der Partei sind die umfangreiche Neugestaltung des Gesundheitssystems und bundesweit einheitliche Rahmenbedingungen der Bildungspolitik.

Der 53-Jährige setzte sich zuletzt auch bei „Xond“, der Messe für veganen Lifestyle in Stuttgart, und bei der Balinger Messe „Mein Hund“ für die Parteiziele ein.

Wahlberechtigte aus dem nördlichen Landkreis Rottweil haben keine Gelegenheit, den Bewerber in der Nähe persönlich kennenzulernen: Die Auftritte im Wahlkampf beschränkt Becker auf Tuttlingen und Spaichingen. Plakate mit Beckers Konterfei sucht man im nördlichen Kreis bisher auch vergeblich.

Kandidaten-Portraits

Die SÜDWEST PRESSE stellt die neun Kandidaten aus dem Wahlkreis

Rottweil-Tuttlingen, die sich für die Wahl zum Bundestag bewerben, in

einer losen Serie bis zur Wahl vor.

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Erstellt:
14. September 2017, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
14. September 2017, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 14. September 2017, 01:00 Uhr

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schorsch28 14.09.201702:24 Uhr

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