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Harry watscht Boulevard-Medien ab
Neues Traumpaar: Meghan Markle und Prinz Harry. Foto: Fotos: dpa
Royals

Harry watscht Boulevard-Medien ab

Die Gerüchte sind offiziell bestätigt: Der britische Prinz und die US-Schauspielerin Meghan Markle sind ein Paar. Doch der Fünfte in der Thronfolge übt in einer Erklärung scharfe Kritik an der britischen Klatschpresse.

09.11.2016
  • AFP

London. Es ist der Aufschrei eines Prinzen, der Hilferuf eines Royals. Ausgerechnet Prinz Harry (32) – Frauenschwarm, Medienmann, Liebling der britischen Yellow Press – appelliert an die Medien. Die offiziell vom Kensington Palast herausgegebene Botschaft ist fast ein Flehen: Lasst meine Freundin Meghan Markle in Ruhe! In aller Öffentlichkeit bekennt Harry seine Ohnmacht. „Cri de coeur“, nennt das die sonst zurückhaltende BBC – Schrei des Herzens.

„Eine Grenze ist überschritten“, schreibt der Palast. Von „Schmähung und Belästigung“ durch die Journaille ist die Rede, „von rassistischen Untertönen“ gegenüber der US-Schauspielerin bis zu offenem „Sexismus und Rassismus“ in sozialen Medien. Ganz nebenbei bestätigt der Palast damit offiziell seine Beziehung zu der 35-Jährigen mit afro-amerikanischer Abstammung.

Wie eine Bombe schlägt das Statement des Kensington Palace im medialen London ein. Reporter hätten versucht, illegal in die Wohnung Markles einzudringen, Bestechungsgelder seien geboten worden, heißt es. Nicht die US-Wahl, nicht der Krieg in Syrien sind an diesem Dienstag das Topthema. Spekulationen über die Affäre des Prinzen blühen zwar schon seit Tagen, doch an diesem Dienstag rückt selbst die seriöse BBC das Flehen des Prinzen zeitweilig ganz nach oben.

Ahnenforschung bis zu Sklaven

Der Protest des Palasts ist eine Rarität, doch einige Zeitungsartikel müssen Harry so sauer aufgestoßen sein, dass er handelte. „Seine neue Flamme ist eine „soziale Aufsteigerin“, die „nicht fit für die Royals ist“, zitiert etwa „The Sun“ eine Halbschwester Markles. Die Erwählte sei geistig „flach“, eine „pushy diva“ – eine aufdringliche Diva, mit einem Hang zu „Ginger“, zu Rothaarigen also. Die „Daily Mail“ betrieb Ahnenforschung, spürte Markles Herkunft bis zu Sklaven nach.

Hilflos meint der Palast deswegen: „Prinz Harry ist über Frau Markles Sicherheit besorgt und tief enttäuscht, dass er sie nicht beschützen kann.“ Jetzt hoffe er auf Einsicht, auf Fairness der Presse. Und ganz nebenbei kommt raus: Das Paar kennt sich bereits einige Monate.

Die Royals und die Medien – ein langes, schwieriges, schmerzhaftes Kapitel. Gerade Harry, das Raubein und einstige enfant terrible der Royals, kann ein Lied davon singen. Als er 20 war, prügelte er sich mit einem Paparazzo vor einem Londoner Nachtclub, vor ein paar Jahren kursierten Nacktfotos, die in einem Hotel in Las Vegas aufgenommen wurden.

Harry und sein 34-jähriger Bruder William gelten als besonders empfindlich im Umgang mit Medienberichten. Ihre Mutter, Prinzessin Diana, war 1997 bei einem Autounfall in Paris ums Leben gekommen, während sie von Fotografen verfolgt wurde. Sie war jahrelang von Paparazzi gejagt worden.

Doch hilft der Aufschrei des Prinzen? Wird er etwas ändern im Verhältnis von Royals und Medien? Wohl kaum, meint ein Experte der BBC – bei dieser Story sei einfach zu viel Geld im Spiel.

Allerdings, es gibt auch eine andere Botschaft an diesem Dienstag in Großbritannien. Das meinen zumindest die Buchmacher von Ladbrokes. Es müsse sich um echte Liebe handeln, wenn Harry und der Palast sich zu einem solchen Statement entschließen, heißt es. Die Buchmacher nehmen schon Wetten an, ob Harry und die Schöne vor den Altar treten. Die Chancen stehen angeblich 5:4. dpa/afp

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09.11.2016, 06:00 Uhr

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