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Westerntreffen

Harte Jungs und rauchende Colts in Deadwood Talheim

Auf Talheims Hummelberg wurde am Wochenende drei Tage lang an legendäre Zeiten in den USA erinnert – mit viel Programm und diversen Neuerungen. Nur die Gäste waren dieses Jahr weniger als sonst.

08.10.2018

Von Willy Bernhardt

Es war wieder eine runde Sache und „Quickly“ Rainer Woske, bei den Talheimer „Tell-Schützen“ verantwortlich für das jeweils Anfang Oktober anberaumte Westerntreffen auf dem vereinseigenen Areal auf dem Talheimer Hummelberg, zog gestern eine positive Bilanz. Wobei Woske nicht verhehlte, dass der Besuch bei den drei bisherigen Vorgängerveranstaltungen schon besser war, auch wenn das Wetter schlechter an diesem Wochenende überragend war. Doch „Quickly“ hat eine plausible Erklärung dafür und braucht sich mit seinen Western-Mitstreitern keinen Kopf darüber zu machen, ob etwas falsch gelaufen sei. Der Grund liegt darin, dass zeitgleich in der bekannten Westernstadt „Pullmann City“ bei München ein Ehepaar aus der Western-Hobbyisten-Szene heiratete und viele Freunde eingeladen hatte. Alles Leute, die ansonsten in Talheim dabei gewesen wäre, ist sich „Quickly“ sicher. Und dann gab es zudem – und auch noch zeitgleich – die Deutsche Meisterschaft im Western-Schießen im nordbadischen Philippsburg, wo die Spezialisten an den einzelnen Waffen gemeldet haben. „Auch die wären sonst sicherlich wieder bei uns gewesen“, glaubt Woske.

Schon jetzt als gelungen bezeichnet der Western-Chef der Tell-Schützen die Entscheidung, das Festareal generell weiter nach oben und damit weiter weg vom Schützenhaus am Hummelberg zu verlagern. In der oberen und sonnenüberfluteten Terrasse konzentriert sich künftig alles mehr oder weniger um den neu kreierten Saloon No. 10, der aber im kommenden Jahr weiter saniert und vor allem ausgebaut werden soll, so dass das Areal der früheren Bogenschießanlage sinnvoll umgenutzt werden kann.

Neues Camp entstanden

Schon jetzt ist es ein Volltreffer, dass sich die Talheimer Schützen schon vor Jahresfrist schnell einigen konnten. Im Oktober letzten Jahres fegte ein Sturm über den Hummelberg hinweg und riss unter anderem alles von dem, was bis dato das dort aufgebaute und frühere „Fort Forster“ einfach um und die Schützen sahen sich gezwungen, schnell eine möglichst zukunftsfeste Entscheidung zu treffen.

Nach Gesprächen mit dem damaligen Ortsvorsteher Thomas Staubitzer entstand dort nun binnen eines knappen Jahres das neue „Camp Milton“, das an einen berühmten Gouverneur aus Florida im Jahre 1862 erinnert.

„Wir haben uns für eine niedrigere Bauweise entschieden, die aber gleichzeitig stabiler ist. Auch einige Erdbewegungen waren nötig, doch wir haben es geschafft, die Vorgaben von Thomas Staubitzer genau einzuhalten und diese entsprechend umgesetzt“, betont „Quickly“ und freut sich besonders auch über die Kreativität, mit welcher sich dabei Tell-Mitglieder in den Entstehungs- und Bauprozess mit eingebracht haben.

So nimmt nicht nur der „Saloon No. 10“ immer mehr Gestalt an, sondern auch die künftige Bühne ist fast schon fertig und der davor platzierte Tanzplatz wurde schon am Wochenende fleißig genutzt. Und im neu errichteten „Camp Milton“ gibt’s sogar eine kleine Krankenstation im alten Stile und selbstverständlich ein „Office“ der Polizei. Neben diversen verschiedenen Schlafstätten gibt’s auch ein ans Wassernetz angeschlossenes historisches Western-WC und Möglichkeiten, seinen Durst zu stillen, gibt es natürlich auch.

Ein echter Hingucker ist aber sicherlich ganz am Ende des Forts das gemeinsame Haus von Bürgermeister „Joker“, der im normalen Leben Georg Engist heißt und in Horb bei Bosch-Rexroth arbeitet, zusammen mit Reverend Thomas Berger aus Talheim. Der „Joker“, der ursprünglich vom Kaiserstuhl stammt, was man ihm durchaus auch nach 15 Jahren in Horb noch anhören kann, ist dabei ganz stolz auf eine seiner Errungenschaften. „Das Bett stammt aus dem Pfarrhaus am Kaiserstuhl, wo ich herkomme.“

Der Bereich um den „Saloon No. 10“ dürfte somit zum künftigen Epizentrum des Talheimer Westerntreffens avancieren. Im nächsten Jahr soll dann das „Jubiläumstreffen“ zum 5. Geburtstag komplett in diesem Bereich des Tell-Areals ausgerichtet und somit vom Schützenhaus-Bereich komplett nach weiter oben verlagert werden. Seine Feuertaufe hat das Areal am Wochenende jedenfalls schon einmal mit Bravour absolviert, wenngleich jetzt noch auf zwei Ebenen gefeiert wurde.

Doch hier wie dort – „Quickly“ freut sich, dass der Besuch der Veranstaltungen mit „Dapper Dan“ am Samstag und die Live-Musik am Freitag mit den „Silver Heads“ am „Saloon No. 10“ sehr gut besucht waren. Ebenso das gestrige Greenhorn-Schießen und die übrigen Disziplinen im so genannten Cowboy Action Schießen (CAS).

Beim 4. Westerntreffen in Talheim lebten das 19. Jahrhundert auf: Mit wortkargen Männern und viel Whiskey.Bilder: Kuball

Im Wilden Westen musste ein Mann sein Gewehr beherrschen.

Stilechte Kleidung ist in der Western-Hobbyisten-Szene ein Muss.

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Erstellt:
8. Oktober 2018, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
8. Oktober 2018, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 8. Oktober 2018, 01:00 Uhr

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