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Kommentar

Harte Zeiten für Europa

Noch ist Donald Trump gar nicht im Amt, da sorgen sich besonders deutsche Politiker bereits um den sicherheitspolitischen Kurs des nächsten US-Präsidenten.

11.11.2016
  • GUNTHER HARTWIG

Nimmt man die teilweise haarsträubenden Ankündigungen des Republikaners im Wahlkampf zum Nennwert, sind die Befürchtungen zwar berechtigt. Doch wird Trump bald merken, dass er nicht als freier Radikaler im Weißen Haus die Weltordnung durcheinanderwirbeln kann, sondern mit Gegenkräften im Kongress und sogar in seiner eigenen Partei rechnen muss.

Allerdings tun nicht nur die Deutschen gut daran, sich auf härtere Zeiten im transatlantischen Verhältnis einzurichten. Wenn Trump die Nato als Zuschussgeschäft zu Lasten der Amerikaner begreift, werden die Europäer mehr für das Bündnis tun müssen als bisher, gerade auch finanziell. In Berlin ist diese Botschaft schon vor geraumer Zeit vernommen worden, nun müssen in anderen Hauptstädten des Kontinents die Verteidigungsetats ebenfalls erhöht werden.

Selbst wenn sich Trump nicht völlig von seinen traditionellen Beistandspartnern abwenden wird, könnte er doch austesten, wie viel Isolationismus Washington verträgt. Darauf müssen die Regierungen in Europa vorbereitet sein.

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11.11.2016, 06:00 Uhr

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