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Hassfigur und Retterin
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Hassfigur und Retterin

Für die einen ist sie eine Hassfigur, für die anderen eine Retterin der Verfassung: Mit ihrer Klage vor dem höchsten englischen Zivilgericht brachte Gina Miller die Brexit-Strategie von Premierministerin Theresa May ins Schleudern.

08.11.2016
  • HENDRIK BEBBER

May wurde durch das Urteil gezwungen, die Billigung des Parlaments einzuholen, um den Scheidungsprozess von der EU in Gang setzen zu können.

Gina Miller gibt offen zu, dass sie sich nach dem Referendum für den Austritt „Übelkeit verspürte“. Doch bei der Klage ging es der 51-jährigen Investmenthändlerin nicht darum, den Brexit im Nachhinein zu verhindern. „Es drehte sich nicht um Politik, sondern um das demokratische Verfahren. Wir wollen eine Debatte in Gang setzen, ob die Rechte, die die britischen Bürger vor 44 Jahren durch ein Gesetz des Parlaments bekamen, einfach von der Regierung ausgelöscht werden, ohne dass das Parlament und seine gewählten Vertreter die Intentionen der Regierung für den Brexit prüfen können.“

Die Hasswelle gegen Gina Miller schwappte nach dem Urteil völlig über, im Internet tauchten Morddrohungen auf. Doch Gina Miller ist Ärger gewohnt. Geboren in der damals noch britischen Kolonie Guyana, schickten ihre Eltern sie mit zehn Jahren auf ein Internat in England. Dort wurde sie wegen ihres dunklen Teints von Klassenkameradinnen so gehänselt, dass sie die Schule wechseln musste. Später gründete sie mit ihrem englischen Mann eine auf ethischen Prinzipien beruhende Investmentfirma.

„Es ging um mehr als um den Brexit,“ kommentierte die Mutter von drei Töchtern das Urteil. „Es geht um die Zukunft der Demokratie in unserem Land. Man kann nicht auf der einen Seite fordern, dass wir die volle Souveränität für unser Parlament haben wollen, um diese dann auf der anderen Seite zu missachten.“

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08.11.2016, 06:00 Uhr

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