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Kommentar

Hat Draghi doch Recht?

Manchmal ist der Blick zurück hilfreich, wenn man voraus schauen will.

04.01.2017

Von HELMUT SCHNEIDER

Vor fünf Jahren beruhigte der damals neue Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, die Bedenkenträger, die eine baldige Inflation als Folge seiner Politik des billigen Geldes voraussagten: „Wir sehen keine Inflation.“ Draghi sollte Recht behalten – und danach noch viel mehr Milliarden in die Märkte pumpen.

Die ausbleibende Inflation, die dem Verbraucher nur Vorteile bringt, aber aus gesamtwirtschaftlichen Gründen unerwünscht ist, passen den Kritikern auch nicht. Das Billiggeld verpuffe völlig wirkungslos und treibe nur Blasen an Börsen und bei Immobilien, heißt es heute.

Und nun dies: Im Dezember hat sich der deutsche Warenkorb um 1,7 Prozent verteuert. So schnell kann es gehen, wenn die Ölpreise wegen einer unerwarteten Übereinkunft der Förderländer wieder steigen. Anders gewendet: Vielleicht liegt die EZB mit ihrer Geldpolitik doch nicht ganz daneben?

Dass das Pendel wieder kräftig in die andere Richtung ausschlagen wird, ist aber nicht zu befürchten. Der Ölpreis wird nicht auf alte Höhen klimmen, das Wirtschaftswachstum ist moderat. Überhaupt verhindern Globalisierung und Digitalisierung, dass die Inflation galoppiert wie früher. Deshalb könnte auch Draghi die Zügel seiner Geldpolitik wieder anziehen.

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Erstellt:
4. Januar 2017, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
4. Januar 2017, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 4. Januar 2017, 06:00 Uhr

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