Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Hauk fordert neue Regeln für „Freiland-Eier“
Minister Peter Hauk will die Eier-Kennzeichnungsregeln verändern. Foto: dpa
Vogelgrippe

Hauk fordert neue Regeln für „Freiland-Eier“

Der Landwirtschafts-Minister will den Geflügelhaltern bei der Vermarktung entgegenkommen.

22.04.2017
  • AXEL HABERMEHL

Stuttgart. Die EU sollte nach Ansicht von Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) ihre Regeln für den Verkauf von Hühnereiern ändern. Das sagte Hauk gestern bei der Vorstellung von Maßnahmen, die sein Ministerium als Reaktion auf die vorerst als überwunden eingestufte Vogelgrippe-Periode zu treffen gedenkt.

„Wenn eine Vogelgrippe-Periode 14 oder 16 Wochen dauert, sollten Eier auch 14 oder 16 Wochen lang ohne Umetikettierung verkauft werden dürfen“, sagte Hauk. Das Land werde sich „in Berlin und Brüssel dafür stark machen, die geltenden Vorschriften weiterzuentwickeln und anzupassen“.

Anlass ist die teils monatelange Stallpflicht. Wegen der Ansteckungsgefahr durch die für Geflügel tödliche Vogelgrippe durften in den vergangenen Monaten bundesweit viele „Freiland-Hühner“ nicht mehr im „Freiland“ leben, sondern wurden von Haltern auf behördliche Anordnung in Ställe gesperrt. Die Eier solcher Tiere dürfen dann laut geltender Regelung nur noch zwölf Wochen lang als „Freiland-Eier“ verkauft werden, anschließend müssen sie als „Bodenhaltung“ gekennzeichnet werden.

Anders ist die Lage bei „Bio-Eiern“. Diese dürfen auch dann noch unter der Klassifizierung „biologisch“ verkauft werden, wenn die Hühner längere Zeit im Stall leben. Entscheidend sind hier vor allem das Futter und die Medikation der Tiere.

Nach Ansicht des Landwirtschaftsministers, der auch für Verbraucherschutz zuständig ist, müsse aber auch Hühnerhaltern, die „Freiland-Eier“ produzieren, im Fall von Vogelgrippe-Ausbrüchen und entsprechenden staatlichen Schutzmaßnahmen „ausreichende Planungs- und Vermarktungssicherheit geboten werden“.

In Baden-Württemberg, wo sich die Vogelgrippe seit November 2016 ausbreitete, seien aber Umetikettierungen diesmal ohnehin nicht nötig gewesen, denn das Ministerium habe die Lage Anfang Februar 2017 neu bewertet und die Stallpflicht für viele Regionen gelockert. Inzwischen ist sie landesweit aufgehoben.

Hauk zeigte sich erleichtert über den Verlauf der Vogelgrippe im Südwesten. Zwar habe es in Baden-Württemberg bundesweit die meisten verendeten Wildvögel gegeben, vor allem Wildenten und Schwäne, jedoch sei kein einziges Nutztier betroffen gewesen. Der letzte am H5N8-Virus gestorbene Schwan wurde am 22. Februar in Ulm gefunden.

„Unsere Biosicherheits-Maßnahmen haben gegriffen“, sagte Hauk. Im Bereich dieser Maßnahmen kündigte er weitere Nachbesserungen und Regelungen an, um Ansteckungen zu verhindern. Entsprechende ministerielle Beratungen, Analysen und Konzepte seien aber noch in Planung. Unter anderem geht es um „Empfehlungen und Leitlinien“ für Halter kleiner Geflügelbestände. Auch deren Tiere sollten schließlich bei staatlich angeordneter „Aufstallung“ tierfreundliche Lebensbedingungen haben, etwa Auslauf ins Freie oder, bei Wasservögeln, eigene Bademöglichkeiten. Axel Habermehl

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

22.04.2017, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball