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Natur

Hauk will Biber jagen lassen

Das geschützte Wildtier breitet sich im Südwesten schnell aus. Förster und Landwirte leiden unter den Folgen.

03.01.2017

Von DPA

Peter Hauk möchte den Biberbestand „managen“. Foto: dpa

Stuttgart. Der bislang geschützte Biber könnte bald ins Visier von Jägern geraten. „Der Biberbestand nimmt so überhand, dass wir seinen Bestand mittelfristig managen müssen“, sagte Ressortchef Peter Hauk (CDU) in Stuttgart. „Dabei müssen wir auch über die Möglichkeit nachdenken, Fallen zu stellen und ihn so zu bejagen.“ Nach Angaben des Ministeriums hat sich sein Bestand in Baden-Württemberg seit 2008 von 1000 auf 3500 erhöht. Naturschützer allerdings sehen dies positiv für die Natur.

Derzeit ist der Biber noch eine geschützte Tierart. 2018 will Hauks Agrarministerium zusammen mit dem vom Grünenpolitiker Franz Untersteller geführten Umweltministerium einen Bericht über Wildtiere vorlegen. „Es geht um Bestände, die bedroht sind, wie das Auerhuhn, aber eben auch um Bestände, die überhand nehmen, Beispiel Biber“, sagte Christdemokrat Hauk.

Der CDU-Politiker verwies auf „enorme Schäden“ in der Landwirtschaft und generell im ländlichen Raum durch das Nagertier. Durch die wegen des Bibers angestauten Wassermassen an praktisch allen Flüssen Baden-Württembergs würden Feldwege unterspült sowie Äcker und private Grundstücke überschwemmt.

Nabu widerspricht Minister

Widerspruch kam vom Naturschutzbund (Nabu) Baden-Württemberg. Für die Bejagung des Bibers gebe es keinen Anlass, so Nabu-Sprecher Hannes Huber. „Bei gravierenden Schäden gibt es jetzt schon die Möglichkeit, die Tiere umzusiedeln“, so Huber. „Dafür braucht es aber eine sehr gut begründete Ausnahmegenehmigung – und das ist gut so.“

Der Nabu empfindet die Rückkehr des Bibers nach Baden-Württemberg als „Lichtblick“ in einer wenig erfreulichen Gesamtentwicklung, bei der „viele andere Tierarten akut vom Aussterben bedroht sind“. Das Tier sei ein „Naturheiler“, sagte Huber. „Wo über Jahrhunderte Bäche begradigt, Moore entwässert und Wiesen trocken gelegt wurden, sorgt der Biber jetzt dafür, dass das Wasser diese Flächen zurückerobert.“ Damit bringe er auch die Heimat für Tier- und Pflanzenarten zurück, die auf feuchte Lebensräume angewiesen sind. dpa

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Erstellt:
3. Januar 2017, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
3. Januar 2017, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 3. Januar 2017, 06:00 Uhr

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