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Immobilien

Hausbesitzer fordern mehr Wohnungsbau

Raumknappheit und hohe Preise fördern laut Verein Pendelei und damit schlechte Luftwerte.

17.03.2018
  • CAROLINE HOLOWIECKI

Stuttgart. Einzelhändler sind in Sorge, die Autbranche zittert, und auch Stuttgarter Hausbesitzer fürchten sich vor den Folgen, die das Leipziger Fahrverbots-Urteil nach sich ziehen könnte. Nach Einschätzung des örtlichen Haus- und Grundbesitzervereins birgt ein Verbot für Dieselfahrzeuge ohne Euro-6-Norm die konkrete Gefahr einer Entwertung von Immobilien in den betroffenen Gebieten.

Wo man nicht fahren dürfe, wollten viele wohl auch nicht mehr wohnen, glaubt der Geschäftsführer Ulrich Wecker. Gerade auf dem Stuttgarter Wohnungsmarkt treffe das besonders viele Privatleute. Von den 310 000 Wohnungen in der Landeshauptstadt würden zwar nur 29 Prozent von den Eigentümern selbst bewohnt, von den 220 000 vermieteten Appartements seien aber 66 Prozent „in kleinteiliger privater Hand“. Mehr als 21 000 Eigentümer sind bei Haus & Grund organisiert, um die 1200 kamen 2017 neu hinzu.

Im Verein glaubt man, dass sich die Lage auf dem ohnehin angespannten Wohnungsmarkt weiter zuspitzen könnte. Mehr als 50 Prozent der Haushalte werden von Singles geführt. Zwischen 2010 und 2016 stieg die Zahl der Einwohner zudem um mehr als 43 000. Dagegen erhöhte sich die Zahl der neu gebauten Wohnungen im gleichen Zeitraum laut Haus &Grund um nur 8400. „Seit Jahr und Tag erklären wir, dass die Wohnungsbauleistung der Stadt in keinster Weise ausreichendend ist“, so Klaus Lang, der Vereinsvorsitzende. Nicht zuletzt deswegen wanderten Menschen in umliegende Landkreise ab.

Den Anteil Auswärtiger, die in der Landeshauptstadt arbeiten, gibt der Verein mit 60 Prozent an, aktuell seien fast 320 000 Ein- und Auspendler auf Stuttgarter Straßen unterwegs, sie legen pro Jahr 140 Millionen berufsbedingte Fahrten hin – weil sie am Arbeitsort selbst keine Bleibe finden. „Mehr Wohnungen in Stuttgart würden weniger Pendler bedeuten. Und weniger, die rumfahren und die Luft verschmutzen“, sagte Lang.

Gerade auch unter dem Gesichtspunkt der Luftreinhaltung müssten daher deutlich mehr Wohnungen gebaut werden als die von der Stadtverwaltung angesetzten 1800 pro Jahr. Die Zahl tat Lang als unrealistisch und willkürlich ab und unkte: „Ist die dem OB nachts erschienen?“ Die Innenentwicklung habe nicht das Potenzial, den Bedarf zu decken, zumal, so Wecker, zu dichtes Wohnen auch die Lebensqualität schmälere. Hinzu komme, dass sich durch den S-21-Bauverzug der Wohnungsneubau auf potenziell freiwerdenden Flächen verzögere. „Es führt kein Weg daran vorbei, dass wir uns behutsam Neubaugebieten am Rand nähern müssen“, gab Lang als Marschrichtung aus. „Wir haben noch viele Grünflächen.“ Vom Gemeinderat erwarte er, dass der solche Projekte im Zweifelsfall gegen den Widerstand der Anwohner durchsetze. Caroline Holowiecki

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17.03.2018, 06:00 Uhr

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