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Frankfurt/Main

Heideldruck-Chef: Politiker müssen zuhören, dann entscheiden

Heidelberger-Druckmaschinen-Chef Rainer Hundsdörfer ist unzufrieden mit der deutschen Politik.

19.03.2018
  • dpa

Frankfurt/Main. Vor allem bei der Digitalisierung und Forschungsförderung sieht er dringenden Handlungsbedarf. «Die Politiker müssten besser zuhören und dann entscheiden - derzeit werden oft Entscheidungen getroffen, ohne die Betroffenen anzuhören», sagte Hundsdörfer der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. «So wurde zum Beispiel der Maschinenbauverband bei dem nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte nicht wie vorher angekündigt dazu befragt, sondern er wurde beschlossen, ohne unsere Position anzuhören.»

Von der neuen Regierung wünscht sich Hundsdörfer wie viele Vertreter aus der Wirtschaft vor allem mehr Tempo bei der Digitalisierung des Landes. «Die große Koalition muss vor allem die Forschung im Allgemeinen und die Digitalisierung im Besonderen besser fördern. Hier gibt es dringenden Handlungsbedarf, wenn Deutschland als führende Industrienation nicht zurückfallen soll», sagte der 60-Jährige. Er steht seit November 2016 an der Spitze des Anlagenbauers mit langer Tradition und insgesamt 11 500 Mitarbeitern.

Hundsdörfer warnte vor einer Eskalation im Handelskonflikt mit den Vereinigten Staaten. «Solche emotionalen Schnellschüsse haben schon öfter zu Problemen und Rezessionen geführt. Daher sollte alles getan werden, einen Handelskrieg zu vermeiden.» Sein Unternehmen sei zwar von den US-Schutzzöllen nicht direkt betroffen. «Aber indirekt wird es uns auch belasten, da wir einen Exportanteil von circa 85 Prozent haben.» Die Region Nordamerika sei mit einem Umsatzanteil von 17 Prozent der drittgrößte Abnehmermarkt.

Trotz der vielen aktuellen Problemen in den USA will Hundsdörfer nicht schwarzmalen und hat die Hoffnung nicht aufgegeben. «Bei allen derzeit laufenden Diskussionen bin ich mir sicher: Amerika wird Trump überleben. Es macht mir zum Beispiel Mut, dass sich jetzt aus den Reihen der Republikaner viele gegen die Strafzölle stellen», sagte der seit November 2016 amtierende Unternehmenschef.

Hundsdörfer ist Verfechter einer liberalen Wirtschaftsordnung - er sagt, dies würde auch mit Blick auf einen Investor aus China gelten. Dabei pocht Hundsdörfer aber auf gleiche Spielregeln. «Ich habe grundsätzlich nichts gegen chinesische Investoren - es muss nur Chancengleichheit bestehen. Die Freiheitsgrade bei der Möglichkeit in dem jeweiligen Land zu investieren müssen gleich sein. Derzeit gibt es hier noch große Unterschiede.» Am liebsten wäre ihm aber ohnehin, dass sich mit Blick auf die Eigentümer nichts ändert. «Wir wollen unabhängig bleiben und haben bereits einen Ankeraktionär aus der Branche, mit dem wir uns sehr wohl fühlen. Damit sehen wir uns gut aufgestellt.»

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19.03.2018, 06:50 Uhr | geändert: 19.03.2018, 08:00 Uhr

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