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Tübingen

Heimatlos

Der Tübinger Buchhändler Osiander zieht von der Wilhelmstraße in die Metzgergasse um und mietet dort den Bero-Laden (5. April).

07.04.2017
  • Udo Halbscheffel, Tübingen

„Osiander setzt seinen Expansionskurs fort“, lesen wir am Dienstag im SCHWÄBISCHEN TAGBLATT. Am Mittwoch dann die schockierende Nachricht: Das Haupthaus in der Wilhelmstraße wird geschlossen! Selten hat mich eine Pressemitteilung stärker berührt.

Als ich 1966 von NRW nach Tübingen kam, war ich weitgehend „unbehaust“, alles ungewohnt und fremd. Bei Osiander in der Wilhelmstraße fühlte ich mich auf Anhieb wohl. Auf separaten Tischen fand ich vorlesungsbegleitende Literatur der Germanisten und Anglisten. In späteren Jahren war ich bestens bedient in der EDV-Abteilung und bekam alles zu den von mir betriebenen Sportarten. Stundenlang konnte ich mich im ersten Stock aufhalten und plante dort mit Landkarten und Reiseführern manche Exkursion.

Ich bekenne, gelegentlich fremdgegangen zu sein beim Kauf von Faksimiles und umfänglicher Lexika. Hätten diese Käufe, stattdessen bei Osiander, die Wilhelmstraße retten können? Kein Osiander mehr in der Wilhelmstraße! Ich fühle mich heimatlos.

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07.04.2017, 01:00 Uhr

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