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Trachten, Tänze, Traditionen

Heimatzunft feiert ihr 40-jähriges Bestehen

HIRRLINGEN (rum). Seit mittlerweile 40 Jahren gibt es die Hirrlinger Heimatzunft, einen Zusammenschluss aus Butzenzunft, Fanfarenzug, historischer Gruppe und die Trachtengruppe. Gefeiert wird am Freitag bei einem nicht öffentlichen Festakt. Ein großes Fest steigt im Oktober.

13.07.2004

Fasnet gab es freilich schon vorher in Hirrlingen, doch hatte die sich nach dem Krieg eher am rheinischen Karneval orientiert, sagt Zunftmeister Helmut Saile. Mit der Maskentradition – der Butz ist immerhin seit dem 18. Jahrhundert nachweisbar – habe das nicht allzu viel zu tun gehabt. Daher wollten die Gründer der Butzenzunft 1962, wie Saile sagt, „die organisierte Fasnet wieder zum Leben erwecken.“

Da schien es durchaus Bedarf zu geben, denn der Verein gewann schnell neue Mitglieder und gründete 1964 den historischen Fanfarenzug und die Trachtengruppe. Beide wurden in den Schwarzwald-Trachtengau aufgenommen und der Übersichtlichkeit halber mit der Butzenzunft zur Heimatzunft zusammengefasst.

Heute ist die Zunft laut Saile „Träger der örtlichen Bräuche über den gesamten Jahreslauf.“ Das reiche von der Fasnet, übers Maibaum-Aufstellen, die Kirbe mit dem Hammeltanz bis zum Nikolaus. „Wir wollen die bei uns üblichen Bräuche erhalten und pflegen.“ So wurde etwa die historische Gruppe, welche die Hirrlinger Schlossherrschaft aus dem 16. Jahrhundert darstellt, gegründet, um dem, jährlich bei der Kirbe aufgeführten Hammeltanz „einen würdigen Rahmen zu geben“.

Die Trachtengruppe gründete sich, um die früher im Dorf getragenen bäuerlichen Trachten zu erhalten. Die habe man, so heißt es auf der Homepage, in Hirrlingen „bis zum Siebziger-Krieg getragen, denn der Bauernstand war hier neben dem Handwerk am stärksten vertreten“. Das älteste Bild einer in Trachten gekleideten Gruppe stammt von 1903. Es stellte sich als Glücksfall heraus, dass das damalige Gründungsmitglied der Butzenzunft und heutiger Ehrenzunftmeister Hans Linder Schneidermeister war.

Nach einigen noch vorhandenen Einzelteilen und genauen Beschreibungen fertigte er die ersten Stücke. Dazu wurden regionale Tänze eingeübt. Mittlerweile haben die 25 Trachtler rund 20 Tänze im Repertoire, darunter auch solche, die sie von den Auftritten bei Folklorefestivals im Ausland, etwa aus der Schweiz, aus Polen, Schweden oder Ungarn mitbrachten. Auf diese Kontakte gingen nicht zuletzt auch die Partnerschaften mit Hajós in Ungarn und Minerbio in Italien zurück.

Heute hat die Zunft rund 330 Mitglieder, darunter etwa 140 Aktive. Während es dem Trachtenverein an Nachwuchs mangelt, sind im Fanfarenzug und in der Showtanzgruppe sehr viele Jugendliche. „Die Meisten haben vielleicht einfach keine Beziehung mehr zur Tracht“, vermutet Saile.

Gefeiert wird am Freitag zunächst einmal mit geladenen Gästen bei einem Festakt im Hirrlinger Bürgerhaus. Der Volkskundler und Gründungsmitglied Herbert Schwedt wird die Laudatio halten. Das große Jubiläums-Fest folgt im Oktober zur Kirbe. Da veranstaltet die Heimatzunft ein Fanfarenzugtreffen. 33 Züge haben bisher ihr Kommen zugesagt.

Heimatzunft feiert ihr 40-jähriges Bestehen
Vermutlich bei einem Hirrlinger Kirbeumzug um 1973 entstand dieses Foto der damaligen Jugend-Trachtengruppe mit dem Bänderbaum. Mit im Bild der „Hirsch“, an den heute nur noch die Hirschstraße erinnert.

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13.07.2004, 12:00 Uhr

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