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Kommentar

Heimspiel der kuriosen Art

Kleines Kosovo ganz groß: 2016 ist das Sportjahr der Balkanrepublik, die 2008 ihre (nicht allseits akzeptierte) Unabhängigkeit erklärt hat.

06.10.2016

Von WOLFGANG SCHEERER

Jedenfalls: Bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro gab's die erste Medaille – gleich Gold! Judoka Majlinda Kelmendi schluchzte Tränen des Glücks. Und nun fiebern die Fußballer der „Heimpremiere“ in der WM-Qualifikation entgegen. Das Team des jüngsten Fifa-Mitgliedes empfängt heute Abend Kroatien. Allerdings: im benachbarten Albanien. Denn in Pristina, der Hauptstadt der einstigen serbischen Teilrepublik, gibt es noch kein geeignetes Stadion.

Beherzt wie Majlinda Kelmendi auf der Matte kämpfen die Kosovo-Kicker auf dem Rasen. Im September in Turku rangen sie den Finnen beim 1:1 einen absolut verdienten Punkt ab. Gelingt nun der nächste Coup? EM-Teilnehmer Kroatien jedenfalls muss auf die verletzten Stars Luka Modric, Ivan Rakitic und Marko Pjaca verzichten. Die Partie in Albanien ist für viele der 1,8 Millionen Einwohner des Landes allein schon ein grandioser Erfolg. Mit 28:24 Stimmen hatte die Uefa den Kosovo im Mai als 55. Mitglied aufgenommen. Kurz darauf zog die Fifa nach, für das 210. Mitglied votierten bei dieser Abstimmung 141 Verbände, 23 dagegen. Immer noch bekämpft Serbien die (sportliche) Unabhängigkeit: Über die Klage wird der Internationale Sport-Gerichtshof Cas wohl bis Ende des Monats entscheiden. Und irgendwann finden die Heimspiele dann sicher wirklich daheim statt.

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Erstellt:
6. Oktober 2016, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
6. Oktober 2016, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 6. Oktober 2016, 06:00 Uhr

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