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Falke auf feige Art vergiftet

Heimtückisch wurde ein Tauben-Kadaver mit Schlafmittel präpariert

Ein artengeschützter weiblicher Wanderfalke wurde von einem Spaziergänger am 24. Juni tot auf einem Waldweg in Pfalzgrafenweiler-Kälberbronn gefunden.

03.07.2014
  • NC

Kälberbronn. Nach bisherigen Ermittlungen ist der Greifvogel an dem Schlafmittel Chloralose verendet. Die tierärztliche Untersuchung ergab, dass der Falke das Gift über einen vorsätzlich präparierten Köder – das Genickgefieder einer Taube wurde mit dem Schlafmittel eingeschmiert– zu sich genommen hatte.

Dies konnte anhand der für Chloralose typischen rosa Verfärbung an mehreren Kleingefiederfedern im Schnabel und in den Fängen des unter Artenschutz gestellten Vogels nachgewiesen werden (siehe das Foto). Das abschließende toxikologische Ergebnis des Tierhygienischen Instituts Freiburg wird im Laufe dieser Woche erwartet.

Die ermittelnden Beamten des Sachbereichs Gewerbe- und Umwelt des Polizeipräsidiums Tuttlingen sowie die Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz gehen davon aus, dass ein noch unbekannter Täter gezielt mit dem Chloralose-Schlafmittel versehene Tauben aussetzt, um Falken oder sonstigeGreifvögel zu vergiften. Am Auffindeort des verendeten Wanderfalken fanden die Ermittler auf einer Länge von rund 20 Metern noch weiteres zum Teil rosa gefärbtes Kleingefieder. Vermutlich verzehrte inzwischen ein weiteres Tier die Taube und verendete ebenso.

Die Polizei warnt Spaziergänger, Familien mit Kindern sowie Hundebesitzer eindringlich davor, kranke Tauben oder sonstige verendete Tiere anzufassen oder sogar aufzuheben. Unvorsichtiger Umgang mit den giftbehafteten Kadavern kann zu schweren Schädigungen bei Menschen und Tiere, insbesondere bei Kindern beziehungsweise Hunden führen.

Bei Kontakt mit dem Gift sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Bei Auffinden eines toten Greifvogels wird gebeten, den zuständigen Verantwortlichen der Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz, Achim Klumpp, Telefon 0177/3691115, oder die Polizei zu informieren.

Die zuständigen Polizeibeamten der Direktion Gewerbe- und Umwelt ermitteln jetzt wegen des Verstoßes gegen das Artenschutzgesetz.

Heimtückisch wurde ein Tauben-Kadaver mit Schlafmittel präpariert
Der vergiftete Wanderfalke mit Resten des präparierten Taubengefieders im Schnabel.

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03.07.2014, 12:00 Uhr

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