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Handball: Rote Karte, Rudelbildung

Heißes Spiel ohne Happy-End für Bundesligist TV Neuhausen

Es komme der Tag, sprach Trainer Markus Gaugisch anschließend, an dem seine Mannschaft punktet. Am Samstag war sie dicht dran wie nie in der Handball-Bundesliga: Doch nach einem turbulenten Spiel verlor der TV Neuhausen vor 1800 Zuschauern in Tübingen mit 31:32 (14:16) gegen die TSV Hannover-Burgdorf.

10.09.2012
  • Tobias Zug

Tübingen. Ein junger Fan drosch mit seiner Klatschpappe so vehement auf die stählerne Tribünenabsperrung ein, als wolle er aus lauter Zorn die Paul-Horn-Arena auf diese Art zerstören. Viele andere warfen die Dinger, mit denen sie sich eindreiviertel Stunden die Hände warm geschlagen hatten, frustriert auf den Hallenboden. Und TVN-Kapitän Ralf Bader wunderte sich eine halbe Stunde später, „dass ich jetzt so schnell wieder runtergekommen bin mit dem Adrenalin“. Denn: „Das war 60 Minuten purer Kampf ums Überleben“, sagte er.

Mit Rudelbildungen und anschließender roter Karte gegen Hannovers Torge Johannsen, der Sekunden vor Schluss noch Neuhausens Andreas Schröder beim Tempogegenstoß gefoult hatte. „Raus mit dir!“, „Zeig ihm die Rote Karte!“ forderte die aufgebrachte Meute. Am Spielstand änderte der Verweis nichts: Beim letzten Freiwurf von der Mittellinie hätte Alexander Becker schon ein sensationeller Kunstschuss gelingen müssen, um den Ausgleich zu erzielen, „den wir verdient gehabt und den ich den Burschen gegönnt hätte“, wie TVN-Trainer Markus Gaugisch später sagte.

Dass es dazu nicht kam, hatte mehrere Gründe: Da waren die Hände von Martin Ziemer, dem Torhüter der TSV Hannover-Burgdorf. Der parierte fast alles, was aus dem Rückraum des TVN kam. „Dafür steh’ ich ja im Kasten…“, sagte Ziemer. Aber dass er sogar mal einen Wurf von Rechtsaußen Alexander Trost zwischen Hüfte und Pfosten einklemmt (18.), das, sagte Ziemer, „habe ich so auch noch nie erlebt“. Es schien, als könne nur ein paar Neuhausener ihn bezwingen: Kreisläufer Alexander Becker, wenn er denn mal im Kreis freigespielt wurde, und Marcel Schiller, der nach langer Verletzungspause erstmals in dieser Saison spielende Linksaußen. Und gleich zwölf Treffer warf. „Da waren auch ein paar schöne dabei, da muss man auch mal den Hut ziehen“, sagte Ziemer.

Doch Schiller alleine reichte nicht: Fünfeinhalb Minuten vor Schluss hatte es der TVN geschafft, hatte nach dem zwischenzeitlichen 3:3 erstmals ausgeglichen zum 28:28, dann zum 29:29. „Hebet’s! Hebet’s!“ schrie die johlende Menge staccato. Doch sie „hebten“ den Punkt nicht fest, denn just in dieser heißen Phase – in der „Crunch-Time“, wie TSV-Trainer Christopher Nordmeyer sagte – behielten die TSV-Spieler die Ruhe, veränderten immer wieder ihr Wurfbild und zogen auf 32:29 davon. „Das war der Knackpunkt“, sagte Marcel Schiller, „die Halle war überragend, wir konnten richtig Gas geben – das ist echt schade.“ Für manchen Fan zum Draufhauen.

TV Neuhausen: Bauer, Magnus Becker; Theilinger, Alexander Becker (8), Schuldt, Keinath, Trost (4), Reusch (2), Schiller (12/4), Michalik, Büdel (1), Seitle, Schröder (4), Bader.

Heißes Spiel ohne Happy-End für Bundesligist TV Neuhausen
Große Augen, zwölf Treffer – aber kein Sieg: Neuhausens Siebenmeter-Schütze Marcel Schiller (rechts Gustav Rydergard). Bild: Ulmer

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10.09.2012, 12:00 Uhr

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