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Hellboy - Die goldene Armee

Auch im zweiten Kinoabenteuer der gutmütigen Höllenkreatur gibt Regisseur Guillermo Del Toro seiner visuellen Fantasie die Spor

Auch im zweiten Kinoabenteuer der gutmütigen Höllenkreatur gibt Regisseur Guillermo Del Toro seiner visuellen Fantasie die Spor

Hellboy - Die goldene Armee

© null 01:36 min

HELLBOY II: THE GOLDEN ARMY
USA

Regie: Guillermo Del Toro
Mit: Ron Perlman, Selma Blair, Doug Jones

- ab 12 Jahren

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23.11.2015
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Schon wieder eine Comic-Verfilmung? Gewiss, aber wie Christopher Nolans Neuentwurf von „Batman“ schwebt auch Guillermo Del Toros „Hellboy“ himmelhoch über der Masse. Die Erzählung ist dafür eher nebensächlich: ein Prinz aus dem Reich der Dämonen, der sein Geschlecht vor Ausrottung bedroht wähnt, erklärt der Menschheit den Krieg und will dazu eine seit Jahrtausenden unter der Erde schlummernde Roboter-Armee aktivieren.

Was nach handelsüblicher Fantasy à la „Die Mumie“ klingt (und im schwächeren hinteren Filmdrittel auch ist), nimmt der Regisseur von „Pans Labyrinth“ zum Anlass, einmal mehr seinen überschäumenden visuellen Hirngespinsten die Zügel schießen zu lassen. Wie auf einem Jahrmarkt schaurigschöner Alpträume lässt er im Minutentakt seine Kreationen und Kreaturen von teils großer Symbolkraft vorbeidefilieren.

Geboten ist eine unfassbar attraktive Parade der Monster, Kobolde und bizarren Apparaturen, deren detailverliebtes Design mal den nostalgischen Zauber eines Puppenspiels oder einer Dampfmaschine versprüht, um sich dann wieder in der digitalen Wunderwelt des Blockbuster-Kinos einzurichten. Zudem wimmelt es von Referenzen an die Kulturgeschichte der Phantastik von Hieronymus Bosch über E.T.A. Hoffmann bis Hayao Miyazaki. Ebenso virtuos ist Del Toros Jonglage mit diversen Genres: binnen weniger Einstellungen kann man sich hier heftig gruseln, lauthals lachen, vor Rührung schluchzen und über die ökologische Krise sinnieren.

Nichts davon kommt aber an die Titelfigur heran, ohne Zweifel die originellste und tiefgründigste aus der Zunft der Comic-Superhelden. Der äußerlich ungeschlachte, im Herzen sanftmütige Abkömmling der Hölle steht den Menschen treu als Allzweckwaffe gegen übersinnliche Auswüchse zur Seite. Doch obwohl er sich als Zeichen des Integrationswillens sogar die Hörner abschleift, kommt der rote Teufelskerl mit dem Faible für Bier und Ballermänner (grandios: Ron Pearlman) über den Status eines geduldeten Fremdlings nicht hinaus. Zuneigung findet er nur bei den seinesgleich Paranormalen: seiner buchstäblich unter Feuer stehenden Freundin Liz (Selma Blair), dem liebeskranken Fischmann Abe und – nach anfänglichen Eifersüchteleien – beim wandelnden deutschen Gaskessel Johann Krauss (Hellboy: „Kraut?“, Krauss: „Nein, Krauss mit zwei s“, Hellboy: „Schon klar: SS“).

Selbst seinem ärgsten Feind, dem Terroristen aus der Schattenwelt, steht Hellboy am Ende emotional näher als seinen hochnäsigen Auftraggebern. Da gibt es in nächsten Fortsetzung einiges zu klären.

Als Kauf-DVD ab 26. Februar 2009

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23.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 21.07.2009, 12:00 Uhr

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21.10.2008

12:00 Uhr

shevad schrieb:

Guillermo Del Toro hat mit Hellboy seinerzeit einen wundervoll tölpelhaften, knurrigen Antihelden geschaffen, der vor allem durch seine "menschliche" Seite für Sympathie bei seinen Fans gewinnen konnte. Leider kommt diese Seite der Figur im Gewimmel dieser visuellen Flut viel zu kurz. Während auch der Vorgängerfilm den Geist einer puren Comicverfilmung versprühte, so ist die "Goldene Armee" viel zu vollgestopft mit Pan'scher Fanatasie, die zwar unser Auge reizt, das Herz aber berührt sie nicht.



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