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Ballett

Heroisch, kraftvoll, athletisch

„Spartacus“ wird am Staatstheater in München zum ersten Mal von einer westlichen Compagnie getanzt.

24.12.2016
  • DPA

München. Ein Kampf um Freiheit, gegen Unterdrückung, für die Liebe: Kein Wunder, dass der Stoff des antiken Sklavenanführers Spartacus bei den Kadern der Sowjetunion sehr beliebt war. In der Ballett-Choreografie von Yuri Grigorovich wird „Spartacus“ seit nahezu 50 Jahren weltweit gefeiert. Als erste westliche Compagnie überhaupt hat das Bayerische Staatstheater das Stück jetzt im Repertoire.

Bei der Premiere am Donnerstagabend im ausverkauften Münchner Nationaltheater wurden die Tänzer begeistert gefeiert. Sie versetzten die Zuschauer in die Zeit des dritten Sklavenkriegs im Römischen Reich. Im Jahr 73 v. Chr. wurde Spartacus gemeinsam mit anderen Thrakern gefangen genommen, von seiner Geliebten Phrygia getrennt und zu einem Leben als Gladiator gezwungen. Als er zur Belustigung des Feldherrn Crassus im Kampf seinen Kameraden töten muss, beschließt er, seine Freiheit zurückzuerobern. Er stachelt Gladiatoren zum Aufstand an, besiegt seinen Widersacher und wird mit Phrygia wiedervereint.

Doch Crassus, dem Spartacus in einem Zweikampf das Leben schenkt, erträgt die Schmach nicht. Angespornt von seiner Geliebten Aegina zieht er gegen Spartacus. Der wird auf den Speeren der Soldaten gekreuzigt.

Kraftvoll, energiegeladen und martialisch inszeniert Grigorovich den Kampf der Krieger. Sergei Polunin gibt den eitlen, selbstverliebten und seiner Kurtisane verfallenen Crassus mit Verve. Ihm gegenüber steht mit Osiel Gouneo der aufrechte Spartacus, der über eine unerschöpfliche Energie zu verfügen scheint.

Ungewohnt viele Massenszenen

Kennzeichnend für „Spartacus“ sind die ungewohnt häufig vom männlichen Teil des Ensembles dominierten Massenszenen, die im Kontrast zu den Monologen der Hauptfiguren stehen. Vor dem dunklen, aber monumentalen Bühnenbild (Simon Virsaladze) marschieren immer wieder Soldaten auf, deren oft maschinenartige Bewegungen die Musik von Aram Chatschaturjan aufgreifen. Mit Marschtrommeln und Paukenschlägen zeigt das Bayerische Staatsorchester unter der Leitung von Karen Durgaryan das Martialisch-Unpersönliche der römischen Kriegsmaschinerie.

Am Ende gibt es verdienten Applaus und kräftiges Fußgetrampel für das fast 70-köpfige Ensemble und seine vier Solisten. Geschlossen von den Stühlen reißt es das Publikum, als der Altmeister Grigorovich selbst im legeren Pullover auf die Bühne kommt. Der rüstige 89-Jährige nimmt die Ovationen entgegen – und schickt bescheiden lieber die Tänzer nach vorne an den Bühnenrand. dpa

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24.12.2016, 06:00 Uhr

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