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Herz und Nieren des Käsebrotes

Helge Schneider ist ein Visionär. Sein „Käsebrot-Song“, den er vor nunmehr sieben Jahren veröffentlichte, wird jetzt endlich wissenschaftlich untermauert. „Käsebrot ist ein gutes Brot“ singt er darin sehr eindringlich: „super sexy Käsebrot“. Leider sind nun die Kölner und nicht die Tübinger Sportwissenschaftler darauf gekommen, wie gut das Käsebrot ist.

02.07.2014

Die Kölner Sporthochschule lädt nämlich zur Präsentation ihrer „Käsebrot-Studie“ ein. Leider ist die Präsentation samt Expertentalk am Freitag, 11. Juli, aber nicht in Tübingen, sondern in Hamburg. Und leider ist das SCHWÄBISCHE TAGBLATT nicht die Lokalzeitung für Hamburg, sondern für Tübingen. Sonst würde ich mein nächstes Käsebrot darauf verwetten, dass ich mir von niemandem diesen Termin vom Butterbrot nehmen lassen würde. Denn wenn irgendjemand auf der Welt eine Käsebrot-Studie verdient hat, dann ich.

Es ist nicht so, dass ich mich in den allerfeinsten Käsesorten auskenne, ich bin kein Käse-Gourmet, eher ein Gourmand, ich esse sehr viel Käse. Ich könnte meine Ernährung womöglich komplett aufs Käsebrot umstellen. Es ist sozusagen einer der Grundbaustoffe meiner Existenz. Würde mich die Vernunft nicht dazu zwingen, auch andere Dinge zu essen, ich würde wochenlang, monatelang nichts als Käsebrote essen. Sie sind superschnell gemacht, sie sind handlich, mobil, laut Schneider ja auch sexy und sie sättigen prima. „Butterbrot und Quark, schmecken sicher gut, doch das Käsebrot geht direkt ins Blut“, so wirbt der vielleicht bedeutendste derzeit lebende Lebensmittel-Besinger. Schließlich hat Schneider schon das Bonbon aus Wurst, das Wurstgesicht, den Reis, die Mörchen besungen. Das Käsebrot befindet sich also in guter Gesellschaft.

Was nun haben die Kölner über dieses schöne Nahrungsmittel herausgefunden? „Die kleine Eiweißbombe Sauermilchkäse wurde sechs Monate von Wissenschaftlern der Sporthochschule auf Herz und Nieren geprüft“, heißt es in der Pressemitteilung. Und nun sprechen sie beglückt von einem „legalen Käsebrot-Doping“. Hätte man das früher gewusst, wäre die Geschichte des Hochleistungssports anders verlaufen. Kein illegales Eigenblut wäre geflossen und ein Lance Armstrong wäre heute vielleicht das Käse-Gesicht der Werbeindustrie.

Hätten die Kölner Wissenschaftler nur früher schon im Auftrag der Käserei Loose geforscht! In diesem engen Forschungsverbund fand man nämlich die erstaunliche Wirkung des Sauermilchkäses bei der Muskelregeneration von Ausdauersportlern heraus. Ein simples Käsebrot könne Shakes und Riegel ersetzen, heißt es.

Hätte ich nicht schöner sagen können. Helge Schneider allerdings hat es ja schon schöner und früher gesagt. Ich wünschte mir jetzt von Schneider einen Song über Lakritz. Alternativ käme für mich auch eine Kooperation zwischen Haribo und den Tübinger Sportwissenschaftlern in Frage. Ich freu mich schon sehr auf die Ergebnisse der Lakritz-Studie.

Ulla Steuernagel

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02.07.2014, 12:00 Uhr

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