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Schnelle Reaktionen

Hirnforscher: Actionspiele fördern Konzentration

Spieler am Computer und an Konsolen mögen stundenlang bewegungslos vor dem Bildschirm verharren, mit den Augen und in bestimmten Hirnleistungen sind sie jedoch flinker als andere Menschen, sagen Tübinger Hirnforscher.

10.12.2014

Tübingen. Forscher des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung (HIH) der Universität Tübingen haben in einer Studie 67 junge Menschen untersucht, die täglich mehr als eine Stunde mit Videospielen an Computern oder Konsolen verbringen. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Menschen, die regelmäßig spielen, sich durch kürzere Reaktionszeiten und schnellere Augenbewegungen auszeichnen, so eine Pressemitteilung des Instituts.

„Viele Actionspiele für Computer oder Konsolen stellen hohe Anforderungen an Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit und Reaktionsbereitschaft, die auf Dauer bestimmte Fähigkeiten des Gehirns trainieren“, sagt der Erstautor der Studie, David Mack. Frühere Untersuchungen hätten gezeigt, dass sich das Arbeitsgedächtnis, die Wahrnehmung von Kontrasten und die Verarbeitung sensorischer Informationen durch regelmäßiges Videospielen verbessern können. Das könne auch außerhalb der virtuellen Welt von Nutzen sein. Selbst Vorteile bei minimal-invasiven Operationen, bei denen Chirurgen ihre Aktionen am Bildschirm kontrollieren müssen, seien nachgewiesen, fügt der Forscher hinzu.

Gemeinsam mit dem Hirnforscher Prof. Uwe Ilg untersuchte Mack das Zusammenspiel von Gehirn und Augenbewegungen. Die Probanden der Studie waren durchschnittlich 18 Jahre alt. Die Auswertung zeigte, dass Videospieler ein besseres visuell-motorisches System entwickelt haben, sagt Mack. Sie seien in der Versuchsanordnung der Studie aufmerksamer, wacher und deshalb reaktionsschneller gewesen.

„Viele Menschen denken, dass Videospiele Kinder hektisch und zappelig machen und eine verminderte Impulskontrolle eher zu fehlerhaften Handlungen verleitet“, so der Neurowissenschaftler. „Unsere Ergebnisse zeigen das Gegenteil. Obwohl Videospieler deutlich schneller reagierten, machten sie nicht mehr Fehler als Nicht-Spieler“, sagt Mack. Der Konsum von Videospielen, so die Forscher, gehe offensichtlich mit einer Effizienzsteigerung des visuell-motorischen Systems einher, ohne dabei negativ auf die Selbstkontrolle einzuwirken. an

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10.12.2014, 12:00 Uhr

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