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Närrisch und sinnvoll

Hirrlinger Umzug mit 1200 Hästrägern

Kurz und knackig präsentierte sich gestern der Hirrlinger Narren-Umzug. Hinterher kamen die Narren an zahlreichen Ständen und in Zelten miteinander ins Gespräch.

08.02.2010
  • WALTHER PUZA

Hirrlingen. Es muss nicht immer ein Selbstzweck sein. Zumindest meinte der Brauchtumsbeauftragte der Butzenzunft, Jimmy Schneider: „Man möchte ja den Leuten was bieten, nicht sich selber.“ Und deswegen gehöre es hier auch zur Tradition, dass die Gäste sich nach dem Umzug noch fröhlich laben und miteinander glückselig sind. Schneider: „Der Narr muss das Gespräch suchen. Das ist es, was eine richtige Fleckafasnet ausmacht.“

Und so geschah es dann auch gestern Nachmittag. Die Schule lud zu Roter Wurst. Die Butzenzunft öffnete genau wie die Schlosshexen ein Zelt. Und wer dann noch zögerte, wurde von einem verrückten Jahrgang mit der Trillerpfeife zum Glühweinausschank gepfiffen.

Begonnen hatte der gestrige Tag mit einer bunten Narrenmesse in der Martinskirche. Um 13.45 Uhr zog dann der Hirrlinger Fanfarenzug am Schloss vorbei und eröffnete den knapp einstündigen Umzug mit 28 Gruppen.

„La Cucaracha“ schallte es vor der Ehrentribüne aus den Fanfaren. Dort stand neben Bürgermeister Manfred Hofelich auch Lorenzo Minganti, der neue Amtskollege aus der italienischen Partnergemeinde Minerbio. Des Deutschen noch nicht so mächtig, durfte Minganti sogleich einige alemannischen Bräuche kennen lernen. Als die Junggesellen von der Haigerlocher Bräutelgesellschaft vorbei kamen, schnappten sie sich nämlich den Italiener und trugen ihn rittlings auf einer Stange sitzend fort.

Hirrlinger Umzug mit 1200 Hästrägern
Dieses Jahr lag die Organisation des Hirrlinger Umzugs wieder an der Butzenzunft. Bild: Mozer

Ein dreifaches „Oho!“ erschallte, als eine große Schar von kleinen Hexen aus Obernheim am Schloss vorbeizog. Was aus ihnen mal werden dürfte, ließ eine der Großen ihrer Zunft erahnen, die gleich von mehreren Knappen an der Leine geführt werden musste. Trotzdem gelangen ihr hin und wieder garstige Angriffe auf das Publikum.

An der Leine geführt wurden auch die Rössle aus Lauffen bei Rottweil. Wie bei manch anderer Maske im Zug, zeigten sich hier deutliche Anklänge an Rottweiler Brauchtum, wie sie bei den sonstigen Umzügen in der Rottenburger Umgebung eher selten zu sehen sind.

Das hohenzollerische Haigerloch scheint gespalten zu sein, heißt doch die eine Maske Bischöfle und die andere Rottweiler. Vom Häs her tendierten die Haigerlocher jedoch eindeutig nach Rottweil, trugen sie doch typische spätbarocke geschlechtslose Larven.

Die Kiebinger Butzen gefielen mit ihren bunten Plätzle. Die Feurigen Hunde aus Hirschau beeindruckten mit einem großmauligen Traktor und massierten das Publikum wild mit Stroh.

Ganz gesittet trat dagegen der fröhlich bunte Spielmannszug aus Neustadt im Schwarzwald auf. In Reih und Glied lief er und zog hinter sich in einer langen Schlange die kecken Masken der Gigs und des Gägs her.

Im Fadenkreuz der Konfettikanonen lag die Ehrentribüne. Dort moderierte Zunftrat Hans Schäfer und mokierte sich über einen TAGBLATT-Tagesspruch vom vergangenen Dezember. In einer Diskussion über Jugendarbeit hatte Tübingens Bürgermeister Michael Lucke gefragt: „Haben Sie schon mal versucht, sich in Hirrlingen sinnvoll zu treffen?“ Gestern gelang dies offensichtlich, auch ohne Lucke.

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08.02.2010, 12:00 Uhr

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