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Karl Stumpp restaurierte das Auto

Hirrlinger kam eher zufällig zu einem DKW F12 Cabriolet von 1964

Er sieht aus wie eine Mischung aus Trabant und amerikanischem Straßenkreuzer. Ein DKW F12 Cabriolet von 1964 ist der Stolz von Karl Stumpp aus Hirrlingen.

11.06.2011
  • Martin Zimmermann

Hirrlingen. Mit seinen runden Scheinwerfern vorne und den spitzen Scheinwerfern hinten, sowie dem charakteristischen „Töff-Töff“-Motorengeräusches eines Zweitakters erinnert der F 12 ein wenig an einen Trabant. Das ist kein Zufall, bauen doch beide auf dem selben Vorkriegsmodell auf.

Die flache, lang gestreckte Form des Cabriolets erinnert dagegen eher an einen amerikanischen Straßenkreuzer. Als der F 12 der Verbundmarke Auto-Union, deren vier Ringe für die Marken DKW, Wanderer, Horch und Audi standen, im Jahr 1964 zugelassen wurde, war sein heutiger Besitzer Karl Stumpp 16 Jahre alt.

Nur 20 000 Kilometer auf dem Tacho

Hirrlinger kam eher zufällig zu einem DKW F12 Cabriolet von 1964
Der Hirrlinger Karl Stumpp und sein wieder auf Vordermann gebrachter DKW junior Cabrio, Baujahr 1964. Bilder: Mozer

Ein solches Auto, Symbol des Wirtschaftswunders war für ihn damals unerschwinglich: „Als Lehrling habe ich damals eine Mark achtzig in der Stunde verdient. So ein Auto hat 6200 Mark gekostet. Das konnten sich nur die besseren Leute leisten“, sagt der heute 63-jährige. Die Erstbesitzerin des Gefährts war eine Sekretärin. Auf sie war das Auto drei Jahre lang zugelassen, danach stand es nur noch herum. Deshalb hatte es auch nur 20 000 Kilometer auf dem Buckel als es in den Besitz von Karl Stumpp kam. Der hatte sich ein altes Bauernhaus gekauft, das voll war mit altem Gerümpel. „Keiner der Nachbarn wollte das Haus haben. Da habe ich es gekauft“, erzählt Stumpp. Beim Entrümpeln fanden sich zwei heruntergekommene DKW-Cabriolets. „Die waren zu schade zum wegschmeißen“, befand Stumpp.

In Speyer seine Liebe zum F12 entdeckt

Er fuhr nach Speyer zu einem Oldtimertreffen, wo er die beiden Fahrzeuge verscherbeln wollte: „Für ein paar Hundert Euro hätte ich sie an einen Liebhaber hergegeben.“ Bei dem Treffen aber sah er einen renovierten F 12 und verliebte sich augenblicklich in das Auto. Ihm wurde in diesem Moment klar: „Wenn man so ein Fahrzeug besitzt, dann muss man es auch herrichten.“ Mit Hilfe des F12-Besitzer, den er in Speyer kennengelernt hatte, schraubte er den den Oldtimer auseinander und richteten ihn wieder her.

Hirrlinger kam eher zufällig zu einem DKW F12 Cabriolet von 1964
Beim DKW war das Armaturenbrett noch recht übersichtlich.

Exakt ein Jahr dauerte es, das Auto zu restaurieren. Seine Berufserfahrung kam ihm dabei zugute. „Wenn man so ein Sägewerk besitzt, dann kennt man sich beim Schrauben aus“, sagt Stumpp. In mühevoller Kleinarbeit stellte er den Wagen auf den Kopf um den Boden vom Rost zu befreien. Die Bremsleitungen und Schläuche wurden ausgetauscht und der Wagen in der Originalfarbe kirschrot neu lackiert. Das Geld für originalgetreue Weißwandreifen hat sich der Schwabe allerdings gespart: „Ich habe Attrappen draufgemacht. Das sieht man kaum.“ Bei solchen Sachen, sagt Stumpp, müsse man seine Grenzen kennen. 500 Euro für einen Reifen ist zu viel Geld.“

Die Arbeit hat sich gelohnt.“Wenn ich am Sonntagmorgen spazieren fahre, dann schauen mir die älteren Leute, so lange hinterher, bis ich um die nächste Biegung verschwunden bin.“ Auch in den Schwarzwald führen ihn seine Spritztouren.

Nur fünf bis sechs Liter auf hundert Kilometer

Hirrlinger kam eher zufällig zu einem DKW F12 Cabriolet von 1964
Auch von hinten erinnert der F12 zumindest flüchtig an einen Trabant.

Dabei spürt der stolze Besitzer die Vorteile des Cabriolets. „Da weht mir der Wind ums Haupt. Eine Limousine aus dieser Zeit ohne Klimaanlage hätte ich wohl nicht hergerichtet“, sagt Stumpp und gerät gleich wieder ins Schwärmen. „Er läuft so ruhig und frisst nur fünf bis sechs Liter Zweitaktergemisch.“ Unter dem Kofferraumdeckel wird Super getankt, vorne unter der Motorhaube Öl eingefüllt. Das Mischen übernimmt der Motor. Der hat 45 Pferdestärken, mit denen das Gefährt bei 4500 Umdrehungen eine Höchstgeschwindigkeit von 125 Stundenkilometern erreicht.

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11.06.2011, 12:00 Uhr

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